Sie ist Feuer und Flamme für ihren Beruf. Hat sie einmal begonnen, übers Schwimmen mit Babys und Kindern zu reden, beginnen Nadja Winters Augen zu leuchten. Sie hat so viele Ideen, so viel zu sagen. Selten hätten Eltern so viel Hautkontakt und ungestörte, handylose Zeit mit ihren Kindern wie beim Schwimmen, schwärmt sie. Vor allem aber will sie eines: Dass Kinder schwimmen lernen und Eltern wissen, wie wichtig das für ihren Nachwuchs ist.

Doch nicht jedes Kind müsse deshalb Schwimmkurse besuchen, findet die ausgebildete Schwimmlehrerin. Um es auch Laien leichter zu machen, ihre Kinder selber zu unterrichten, hat die 30-Jährige nun ihr Lehrbuch «Gumpifrosch lernt schwimmen» herausgebracht. Es ist bereits die zweite Auflage, enthält jede Menge Erfahrungen aus der Praxis und ist das einzige Lehrmittel, das sich am Schweizer Schwimmlehrsystem mit den Krebs-, Seepferdchen- und Froschabzeichen orientiert.

Es ist in Zusammenarbeit mit Swimsports.ch, dem Schweizer Kompetenzzentrum Schwimmsport und Wasserfitness, entstanden und findet vom Wallis bis Schaffhausen grossen Absatz. Dabei wollte Nadja Winter doch ursprünglich einfach nur mit ihrem Sohn ins Kleinkinderschwimmen, nachdem ihnen das Babyschwimmen so viel Spass bereitet hatte.

«Der schönste Beruf der Welt»

Lange arbeitete die heute selbstständige Schwimmlehrerin und Autorin als Pharmaassistentin. Vor sieben Jahren zog sie mit ihrem Partner nach Glarus, bekam drei Kinder und gab ihren Job auf. «Mit meinem zweiten Sohn war ich dann im Babyschwimmen, was uns sehr gefallen hat.» Einen anschliessenden Kleinkinderschwimmkurs gab es damals in Glarus jedoch nicht.

«Das fand ich sehr schade, also habe ich mich erkundigt, was es dazu alles braucht.» Bald schon machte die junge Mutter, die lieber anpackt, als sich zu beschweren, selber eine Schwimmschule auf. «Den Rettungsschwimmerkurs hatte ich schon aus meiner Zeit in der Jubla in Wohlen.

Auch Winters jüngste Tochter Malia (2 ½) liebt das Wasser.

Auch Winters jüngste Tochter Malia (2 ½) liebt das Wasser.

Und ich wollte auch schon immer gern mit Kindern arbeiten, am liebsten wäre ich damals Primarlehrerin geworden.» Nachdem sie verschiedene Lehrgänge besucht hatte, konnte sie sich ihren Traum auch ohne Studium erfüllen. Heute kann Nadja Winter sagen: «Ich habe den schönsten Beruf der Welt.»

«Der Name Gumpifrosch war ein spontaner Einfall.» Weil gleichzeitig eine Kinderkleiderbörse namens Gumpifrosch in Glarus zuging, die eine Website namens www.gumpifrosch.ch hatte, fragte Winter ebenso spontan dort an und erhielt die Domain. «Es war perfekt», freut sie sich noch heute.

Verlosung: Zwei Bücher plus CDs zu gewinnen

Das neue Lehrmittel «Gumpifrosch lernt schwimmen» von Nadja Winter-Zeller ist im Juni 2016 im Eigenverlag mit 3000 Exemplaren erschienen. Auf 28 Seiten zeigt das Übungsheft in 46 aufbauenden Schritten, was vor dem Erlernen eines Schwimmstils beherrscht werden muss. Die Illustrationen stammen von Winters Bruder Marco Zeller. «Jede Übung, die das Kind kann, darf von ihm mit einem Gumpifrosch-Sticker versehen werden. Wird ein Grundlagentest-Element beherrscht, darf gar der entsprechende Abzeichen-Sticker aufgeklebt werden», erklärt die Autorin. «Beherrscht das Kind alle Aufgaben im Heft, so hat es die Grundlagentests Krebs, Seepferd und Frosch bestanden.»

Die Aargauer Zeitung verlost zwei Sets mit dem neuen Lehrmittel plus jeweils einer CD mit Versli und Liedli zum Thema Schwimmen, die die Basisstufe Obstalden (Kindergarten bis 2. Klasse) eigens für «Gumpifrosch» aufgenommen hat. Schreiben Sie dazu heute Mittwoch, 10 Uhr ein Mail mit Betreff «Gumpifrosch» an die Mail-Adresse wettbewerb@azmedien.ch. Die ersten beiden Einsendungen gewinnen jeweils ein Gumpifrosch-Set.

Mehr Infos finden Sie unter www.gumpifrosch-lernt-schwimmen.ch oder unter www.gumpifrosch.ch

«Damals begann ich mit vier Kursen pro Woche. Heute sind es 17 mit gesamthaft knapp 120 Schülern. Dazu kommen meistens noch die Eltern.» Sie hat auch bereits Angestellte und sucht weitere, damit sie ihr Angebot ausbauen kann, um beispielsweise auch Wasseryoga für Schwangere anbieten zu können. «Es ist wunderbar, wie alles läuft.»

Alles, was Spass macht

Ihr Schwimmbuch widmet sich Babys und Kindern von 0 bis 7 Jahren. «Mir ist wichtig, dass die Kinder immer Spass dabei haben, sich im Wasser zu bewegen, und ohne Druck lernen.» Aus Erfahrung hat sie viele Tricks auf Lager, mit denen selbst Angst vor Wasser überwunden werden kann: «Ich habe ein riesiges Lager an Wasserspielsachen daheim.

Dabei sind es nicht nur solche zum Aufblasen oder aus Moosgummi, sondern auch angemalte Steine, Spielkarten und vieles mehr. Eine Ikea-Mikrowellenabdeckung gibt mit ihren Löchern zum Beispiel eine perfekte Dusche ab», lacht Winter. Auf diese Art bringen sich die Kleinen spielend die Fortbewegung unter und über Wasser selber bei.

Ziele, Erklärungen und Zeichnungen helfen beim Lernen.

Ziele, Erklärungen und Zeichnungen helfen beim Lernen.

«Und wenn sie das Tauchen erst einmal beherrschen, kann man ihnen das Crawlen und andere Fortbewegungsarten im Wasser beibringen, und zwar ganz ohne Druck», ist sie überzeugt. Kinder ins Wasser zu zwingen oder Babys zum Tauchen unter Wasser zu drücken, findet sie absolut nicht richtig.

«Zu solchen Themen hole ich mir auch ständig neue Fachmeinungen ein», ist der ursprünglichen Wohlerin wichtig. «Schwimmen ist etwas Tolles, das man einfach gemeinsam geniessen sollte.»