«Ich habe meinen Mandanten verschiedene Male versucht zu erreichen – ohne Erfolg», sagte der Pflichtverteidiger. Anfang Dezember sei dies gewesen, erklärte er nach einem Blick in die Unterlagen.

Und weil ihn sein Mandant nicht instruiert habe, sei es nun auch nicht möglich, die Verhandlung zu führen. «Ich bräuchte die Aussage des Beschuldigten nicht zwingend», sagte der Einzelrichter. Trotzdem kündigte er an, einen neuen Verhandlungstermin anzusetzen. «Und wenn er dann nicht erscheint, verhandeln wir in Abwesenheit», betonte er.

Der Beschuldigte, dessen Wohnort mit «unbekannt» auf der Anklageschrift angegeben ist, muss sich unter anderem wegen Führens eines Motorfahrzeuges unter Betäubungsmitteleinfluss verantworten.

In Polizeikontrolle hängen geblieben

Im Frühling 2014 ist er in eine Polizeikontrolle in Moosleerau geraten. Gemäss einem Kurzgutachten wurde eine Konzentration am Canabiswirkstoff THC im Blut festgestellt, die zu Fahrunfähigkeit führt.

Zusätzlich war der Beschuldigte ohne Fahrausweis unterwegs. Dieser war ihm ein halbes Jahr zuvor auf unbestimmte Zeit entzogen worden. Vom regelmässigen Fahren hat dies den Beschuldigten nicht abgehalten.

Als weiteren Punkt führt die Anklageschrift Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen auf sowie das Verfügen von mit Beschlag belegten Vermögenswerten.

So war der Beschuldigte vor vier Jahren gepfändet worden und musste seither Einkommen über dem Betrag von 2720 Franken pro Monat dem Betreibungsamt abliefern.

Ausserdem wäre er verpflichtet gewesen, sich monatlich beim Betreibungsamt zu melden, was er aber nicht tat. Aufgrund seiner Buchhaltung verdiente er innerhalb von neun Monaten knapp 112'000 Franken. Diese schleuste er am Betreibungsamt vorbei.

Der Staatsanwalt, der für die Verhandlung dispensiert ist, verlangt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 6 Monaten sowie eine Busse von 500 Franken. Ausserdem soll die bedingt aufgeschobene Strafe von 120 Tagessätzen zu 50 Franken widerrufen werden und der Beschuldigte soll die Verfahrenskosten tragen. (lbr)