Die Colmarer Präfektur hat am Freitag Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe ergriffen. Grund ist eine verendete Gans, die mit dem hochansteckenden Virus der Geflügelpest H5N8 infiziert war und in Dietwiller gefunden wurde. Das Dorf liegt gut 20 Kilometer nördlich von Basel. Die Behörden hat eine Kontrollzone verfügt, die 20 Gemeinden im Umkreis von fünf Kilometern vom Fundort betrifft. Geflügel muss hier im Stall bleiben.

Paradoxerweise hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am gleichen Tag beschlossen, die Präventionsmassnahmen für die Schweiz ab Samstag, 18. März, aufzuheben. «Seit Anfang März sind die Temperaturen milder geworden. Die meisten Zugvögel haben ihre Winterquartiere verlassen, und das Ansteckungsrisiko für Hausgeflügel sinkt», lautet die Begründung in der Medienmitteilung.

Schutzzone bis 20. April

Gleichzeitig hat das Landratsamt Lörrach am 14. März entschieden, dass das Geflügel in Bad Bellingen, Kandern, Malsburg-Marzell und Schliengen in einer Schutzzone von bis zu 500 Metern zum Rheinufer im Stall bleiben muss. Die Frist wurde bis 20. April verlängert. Mitte Februar hatte man in Schliengen, gut 20 Kilometer nördlich von Basel, bei einem verendeten Schwan die Geflügelpest festgestellt.

Mit der Entscheidung des BLV wurden die Massnahmen gegen die Vogelgrippe auch in beiden Basel aufgehoben, wie es in einer Medienmitteilung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt heisst. Zudem sei die Region wenig betroffen gewesen: «Die Region Basel ist bis auf einen positiven Fall im November 2016 beim Kraftwerk Birsfelden von der Vogelgrippe verschont geblieben.» Zu den etwaigen Konsequenzen der Lörracher und südelsässischen Fälle wollte sich der Basel Kantonstierarzt Michel Laszlo nicht äussern und verwies an das BLV.

Zeitpunkt für Entwarnung

«Aus unserer Sicht ist jetzt der Zeitpunkt für eine Entwarnung. Die Gefahr hat auch in Europa stark nachgelassen», erklärt BLV-Mediensprecher Stefan Kunfermann. Zur unterschiedlichen Handhabung in der trinationalen Region Basel sagt er: «Wir stehen in Kontakt mit den ausländischen Behörden.

Warum man in Frankreich und Deutschland zu anderen Risikoanalysen kommt als wir, müssen Sie dort nachfragen.» Im Unterschied zur Schweiz sei es in Deutschland und Frankreich zu vielen Ansteckungen mit Hausgeflügel gekommen.

Heinrich Ueberwasser (SVP), Präsident des trinationalen Districtrats, zeigt sich verwundert über die unterschiedliche Vorgehensweise in Bezug auf die Vogelgrippe im Dreiland. «Man sollte die Lage über die Grenzen beurteilen, die Beschlüsse koordinieren und die Chance nützen, das Know-how zu ergänzen», kritisiert der Grossrat. Er will die Thematik in den Districtrat einbringen.