Die Pädagogische Hochschule (PH) bildet in Basel rund 100 Gymnasiallehrer jährlich aus. Nach der Abschlussfeier folgt der Kater. Die Stellensuche von PH-Absolventen ist derzeit aussichtslos. In Basel-Stadt hat die vom Bildungskonkordat Harmos bedingte Umstellung von fünf auf vier Jahre zur Folge, dass an den meisten Gymnasien ein Einstellungsstopp herrscht und gar Lehrer entlassen werden.

Im vergangenen Jahr wurden kantonsweit lediglich 7 von 549 Lehrern neu eingestellt – einige davon haben nur einen Arbeitsvertrag als Stellvertretung. Aussicht auf eine neue Stelle besteht lediglich, wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin in Pension geht oder kündigt. Junge Lehrer von besonders beliebten Fächern wie Englisch, Geschichte oder Deutsch berichten, dass sie sich jahrelang mit Stellvertretungen zufrieden geben müssen. Einige werfen entnervt das Handtuch und kehren dem Lehrerberuf den Rücken.

Als Aushilfe über Wasser halten

Simon Thiriet, Sprecher des Basler Erziehungsdepartements (ED), sagt, die angespannte Situation sei bekannt. Das ED habe die PH, die der Fachhochschule Nordwestschweiz angegliedert ist, gebeten, die Studenten darüber zu informieren, bevor sie die Ausbildung in Angriff nehmen.

Alexander Hofmann, Vizedirektor der Pädagogischen Hochschule, will nichts beschönigen. Von den Problemen der Absolventen bei der Stellensuche habe er Kenntnis, sagt er. Doch nicht überall sei die Situation mit Basel vergleichbar. Etwas besser sieht es beispielsweise im Landkanton aus. Im Zug von Harmos wird die Gymnasialzeit im Landkanton von 3½ auf 4 Jahre verlängert. Der Stellenmarkt bleibt aber angespannt. Vor der Umstellung, die im kommenden Schuljahr greift, sei der Bedarf an Lehrern gar «negativ», wie Michael Weiss vom Lehrerverein sagt. Dies, weil die 4. Klassen letztmals im Dezember abgeschlossen hätten und die Stundentafel im vierjährigen Gymnasium etwas dünner sei als bisher. Denn die Ergänzungsfächer und Wahlkurse fänden nun ein halbes Jahr gar nicht statt und starteten erst wieder im August.

In Basel-Stadt ist keine Besserung in Sicht. Hier verkürzt sich die Gymnasialzeit von fünf auf vier Jahre. Dass die PH-Absolventen in der Arbeitslosigkeit landeten, sei in zweifacher Hinsicht bedauerlich, sagt Gaby Hintermann, Präsidentin der Kantonalen Schulkonferenz. «Für die Durchmischung des Lehrergremiums ist es nicht gut, wenn keine Jungen nachrücken.» Sie sieht die Hände des Lehrervereins gebunden. Für eine Fluktuation nicht zuträglich sei, dass die Lehrer eine Arbeitsplatzgarantie hätten.

«Hoffnungsvoll stimmt mich aber, dass die Solidarität unter den Lehrern spielt und so mancher sein Pensum vorübergehend reduziert, damit andere auch Stunden erhalten», sagt sie. Von einer Beschränkung der Ausbildungsplätze an der PH hält Hintermann genauso wenig wie das Basler Erziehungsdepartement. «Da die Situation nicht für alle Fächer gleich ist, gibt es zurzeit keine Bestrebungen in Richtung Studienplatzbeschränkungen», sagt ED-Sprecher Thiriet. Für die meisten Basler PH-Absolventen bleibt in den kommenden Jahren wohl nur, in einen anderen Kanton zu ziehen. Oder sich als Aushilfe mit einem Niedriglohn über Wasser halten.