14 Minuten dauerte es, dann war die erste Tasche verkauft. Die Eröffnung des neuen Freitag-Stores in Basel verlief mit Erfolg. Um Punkt zehn Uhr öffnete der weltweit zwölfte Freitag-Store seine Türen. Im Glaskasten des Unternehmens Mitte stapeln sich nun Taschen über Taschen.

1500 Taschen im Wandregal

Was nach Chaos klingt, ist aber keins. Im Laden herrscht penible Ordnung, denn jede der Taschen steckt in einer der zahlreichen Schubladen des Designpreis-gekrönten Taschenregalsystems V30. In diesem sind 1500 Unikate übersichtlich und ordentlich verstaut. Tatsächlich stapeln sich die Taschen in keinem anderen Store so hoch wie in Basel. Man muss jedoch kein Riese sein, um die obersten Taschenunikate zu erreichen. Denn entlang der Taschenwand steht eine Leiter, die mit Rollen an der Decke befestigt ist und so einfach zum gewünschten Ort gerollt werden kann.

Neben der Taschenwand bietet der 85 Quadratmeter grosse Store auch zahlreiche weitere Produkte an: Auf den Auslagen befinden sich Handyhüllen, Beautycases, Portemonnaies, Rucksäcke und Necessaires.

Das Spezielle an all diesen Produkten: Sie bestehen allesamt aus rezyklierten Materialien. Die Idee dafür hatten die beiden Brüdern Markus und Daniel Freitag im Jahr 1993. Die Grafikdesigner suchten damals eine Möglichkeit, ihre Entwürfe trocken und sicher transportieren zu können.

Inspiriert vom Ausblick aus ihrer WG auf die Zürcher Transitachse, entwickelten sie eine Tasche aus gebrauchten Lastwagen-Planen, ausrangierten Fahrradschläuchen und Autogurten. Die erste Freitag-Tasche entstand: Sie war robust, aus rezykliertem Material und ein Unikat. Diese Eigenschaften machten die Taschen zum Erfolgsprodukt.

Verbindung von Store und Café

Der Freitag-Laden, der in das ehemalige Radiostudio von Energy Basel eingezogen ist, ist aber nicht Alleinmieter in dem Gebäude. Denn der Store verknüpft das Konzept des Shoppens mit dem des Kaffeetrinkens. Dabei arbeitet das Freitag-Storeteam zusammen mit dem Team des Unternehmens Mitte. Denn der Übergang zwischen dem Café und dem Store ist fliessend gestaltet. Ein grosser Tisch, der sich vor dem Eingang des Freitag-Stores und somit im Café-Bereich des Unternehmens Mitte steht, soll diese Verbindung schaffen.

Der Tisch bietet Arbeits- und Schreibplätze für Jungkünstler, Autoren und Studenten. Der Freitag-Store will somit auch Kunden ansprechen, die nichts konsumieren oder einkaufen. Das Unternehmen Mitte vermietet immer wieder Teile seines Lokals an Start-ups und Kulturschaffende.