Champions League
Aktualisiert am 23.02.12, um 07:28
 

Heiko Vogel: «Wollen gute Ausgangslage in München vergolden»

Torschütze Valentin Stocker konnte sein Glück nach der Partie kaum fassen. Und auch Trainer Heiko Vogel war überglücklich. Sein Ziel ist klar: Im Rückspiel in München will der FCB den Sach zu machen und eine Runde weiterkommen.
 

Erst mal das eben Geschehene sacken lassen; das wollte Heiko Vogel nach dem sensationellen Sieg gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Bayern München. Als ihm FCB-Sprecher Josef Zindel zwei Minuten nach Schlusspfiff den bevorstehenden Pressemarathon erklären wollte, verdrehte Rotschopf Vogel die Augen. «Lass mich erst einmal...», gab er Zindel vor der tobenden Muttenzerkurve zu verstehen und drehte sich ab. Aber reden «musste» er dann doch noch. Und fand - welch Überraschung - nur lobende Worte für seine Spieler.

«Die Mannschaft hat einen unglaublichen Willen und ein Urvertrauen in ihre eigenen Qualitäten. Wir harmonieren perfekt.» Das auch gestern perfekt ineinandergreifende Basler Gefüge ist laut Vogel ein Verdienst des harten Trainingsalltags. «Wir haben jeden Tag Freude an der Arbeit, und das zahlt sich aus.» Für Vogel ist das noch kein Grund übermütig zu werden. Das sei erst ein Teilerfolg, sagt er. Die Stosstichtung ist aber klar. «Wir wollen diese gute Ausgangsitutaon im Rückspiel vielleicht vergolden.»

Super-Joker Stocker

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche war Valentin Stocker der meistgefeierte Mann der Basler. Im Super-League-Spiel gegen die Young Boys sorgte er in der letzten Spielminute für das 2:2, gestern setzte er mit dem Siegestor gegen Bayern noch einen drauf. «Es ist natürlich besonders schön, dass es das entscheidende Tor war», sagte der Krienser. «Schade ist nur, dass es noch ein Rückspiel gibt.» Dass er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht die Kraft für 90 Minuten mitbringt, weiss Stocker. «Aber für 20 bis 30 Minuten kann ich etwas bringen.»

Stocker ist überglücklich
Quelle: youtube.com

Im Vorfeld des Spiels glaubten viele, Stocker würde nach seinem Tor in Bern den Vorzug vor Fabian Frei erhalten. Doch Heiko Vogel setzte auf den kämpferisch starken, gestern aber unglücklich agierenden Frei, um diesen dann durch den frischen Stocker zu ersetzen. Dass ausgerechnet sein Joker stach, war für Vogel keine Überraschung: «Ich weiss ja, dass Valentin ein belebendes Element ist. Dass er getroffen hat, war kein Glück».

Auch Torhüter Yann Sommer, der wesentlichen Anteil am Sieg hat, war überglücklich. «Heute hat alles gepasst, das Glück war auf unserer Seite, das braucht man in diesen Champions-League-Spielen.

Bayern ziehen wortlos von dannen

Die Bayern-Profis gingen nach Schlusspfiff wortlos an den Journalisten vorbei. Sportdirektor Christian Nerlinger pfiff das Team in die Kabine. Was dort geschah, ist nicht bekannt. Dafür redete Präsident Uli Hoeness: «Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Aber ich gratuliere den Baslern.» Und Trainer Jupp Heynckes ergänzte: «Ich bin überzeugt, dass wir das Ruder noch rumreissen.» (wen/rsn)

(az)