«2016 war erneut ein erfreuliches Toursimusjahr», sagt Basel-Tourismus-Direktor Daniel Egloff. Der Tourismus gehört damit definitiv zur Wachstumsbranche in Basel. Trotz dem fast unüberbietbaren 2015 -Gauguin-Austellung und Lion King sei Dank- verzeichnet das Statistische Amt Basel-Stadt für das letzte Jahr einen Übernachtungszuwachs von 1,3 Prozent. Damit sind die prognostizierten 2 Prozent zwar nicht erreicht, doch Egloff zeigt sich erfreut. Denn die Befürchtung, dass man den grössten europäischen Markt, Deutschland, immer wie mehr verliert, ist nicht eingetroffen. Im Gegenteil: Das erste Mal seit drei Jahren ist die Anzahl der Ankünfte von deutschen Touristen wieder angestiegen. Dies ist sicher ein Erfolg. Vor allem in Anbetracht der Frankenstärke.

Schweizer mögen Basel ...

Die Wachstumstreiber in Basel seien aber nach wie vor die Schweizer Gäste. Dies zeigt vor allem ein starker Dezember mit 98 399 Logiernächten. So viel wie noch nie in einem Dezember. Der Weihnachtsmarkt sieht man als Hauptverantwortlicher für die Zunahme. Aber auch Schweizer, die früh morgens ab dem Euro Airport abfliegen, nutzen die Übernachtungsmöglichkeiten. Wenn auch meist nur für eine Nacht.

...Genauso wie Ausländer

Aber auch die italienischen und französischen Gäste verzeichneten ein Plus von 4,8 Prozent und 2,4 Prozent. Den grössten Wachstum an Ankünften und Kurzübernachtungen aus Europa weisen jedoch die Touristen aus Spanien mit 10,2 Prozent mehr und die Touristen aus Grossbritannien mit 5,9 Prozent mehr auf. Grund dafür ist vornehmlich oder sogar nur der Fussball: Das Uefa Europa-League-Final zwischen Sevilla und Liverpool und das Spiel zwischen Basel und Arsenal. Nicht nur die europäischen Touristen kommen vermehrt auf Basel, auch Gäste aus anderen Kontinenten besuchen unsere Stadt gehäuft. Die Besuche von Gästen aus den USA haben dabei am meisten zugenommen. Erfreulich sei, dass dabei auch Freizeittouristen vermehrt Interesse an Basel zeigen. Beliebt seien Kreuzfahrten auf dem Rhein. Abgenommen haben hingegen die asiatischen Besuche mit einem markanten Rückgang von 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Dies liegt an der 2016 nicht mehr angebotenen Charterlinie», sagt Egloff. Diese war 2015 nämlich dafür verantwortlich, dass 7000 Asiaten mehr als sonst nach Basel kamen.

Der Trend zu kurzen Aufenthalten bleibt gleich. Dieser Trend hänge auch mit der zunehmenden Mobilität zusammen, wie Irma Rodiqi vom Statistischen Amt Basel-Stadt erklärt.

Starker Taucher

«Bei den Kennzahlen im Vorjahresvergleich verzeichnen wir einen starken Taucher im Bereich der Pauschalangebote», sagt Egloff. Dies sei aber weder verwunderlich, noch ärgerlich, da der Grund dafür in oben genannten Grossanlässen 2015 liegt. Deshalb dürfe man den prozentualen Abstieg von Freizeittouristen im Jahresvergleich auch nicht zu ernst nehmen.

Erfreulich waren hingegen Reaktionen auf die Aktion «Pokémon Go-The Revenge». «Basel-Tourismus hat zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Clip in den medialen Umlauf gebracht», berichtet Egloff. Auch das Wifi-Angebot, das auf 2016 lanciert wurde, war ein Erfolg. So verzeichnet Basel-Tourismus bis jetzt bereits 2500 Leute, die sich eingeloggt haben. Das Netz soll aber nach Angaben von Egloff bis Ende Jahr noch weiter ausgebaut werden.

Alles in allem hat Basel die Nase hauchdünn vorn, wenn man die Stadt mit den anderen Schweizer Referenzstädten Zürich, Lausanne, Bern, St. Gallen und Genf vergleicht. Eine Erwartung von 2 Prozent mehr Übernachtungen für dieses Jahr ist nichtsdestotrotz eine sportliche Vorgabe, die sich die Touristiker setzen.