Im Tiergarten werden die domestizierten Tiere, zum Beispiel Esel, Ziegen, Schafe, Mini-Pigs und Hühner zu Therapeuten. Ob die Patienten die Tiere streicheln, füttern oder ihren Geräuschen lauschen und die Laute nachahmen - Tiere sind in dieser Therapie-Form vielseitig einsetzbar.

Nach Arbeitsplan allerdings. «Auch die Tiere müssen sich erholen», sagt Christine Kilcher, Geschäftsführerin der Stiftung Pro Rehab Basel und Projektleiterin des Therapie-Tiergartens. «Unsere Tierpflegerin Nicole Furrer wird dafür sorgen, dass es den Tieren gut geht.» Die Tierschutzauflagen seien da sehr streng.

Tiere steigern die Motivation

Kilcher betont vehement, dass der Tiergarten «nicht einfach ein Streichelzoo» sei. «Die Tiere haben eine wichtige Funktion. Durch das Berühren des Fells oder Nachahmen der Laute wird die Wahrnehmung beeinflusst», sagt sie. «Tieren ist es auch egal, ob jemand entstellt ist oder im Rollstuhl sitzt. So gelingt es den Patienten einfacher, den Kontakt aufzunehmen.» Ein Prozess, der den Patienten den späteren Einstieg in den Alltag erleichtern soll.

Zudem steigere die Tier-Therapie die Motivation in der Rehabilitation. Physio-, Logo- und Ergotherapeuten werden gleichermassen die Tiere in den Behandlungen einsetzen.

Bereits der ehemalige Chefarzt Mark Mäder hegte den Wunsch, einen Tiergarten zu bauen. Anfang Jahr 2012 wurden die Pläne konkreter. Christine Wirz von Planta, die Präsidentin der Stiftung Pro Rehab Basel, sprach Matthias Eckenstein, den Präsidenten der Eckenstein-Geigy-Stiftung, auf das Projekt an.

Diese Stiftung stellte Rehab Basel anschliessend zwei Millionen Franken für den Bau des Tiergartens zur Verfügung. «Ohne dieses Geld hätten wir dieses Projekt nicht verwirklichen können», sagt Kilcher. 1,7 Millionen Franken wurden für den Bau gebraucht. Das restliche Geld soll für den Unterhalt verwendet werden. Der Tiergarten ist so flexibel gebaut, dass er je nach Therapiebedürfnissen wieder umgebaut werden kann.

Erste Therapien ab August

Noch sind die Handwerker an den letzten Arbeiten am Gebäude. Eineinhalb Wochen Verzug sind der Grund dafür. Die Folge des schlechten Wetters. Bis Ende Woche sollte alles für den Einzug der Tiere bereit sein. Diesen gönnt man vorerst eine Eingewöhnungsphase auf den rund 2300 Quadratmetern Tiergarten. Ein Tierpfleger-Team (total 150 Stellenprozente) wird sich um sie kümmern.

Ab August starten die ersten Therapien. Bis dahin können die Patienten schon einmal Kontakt mit den Tieren von aussen aufnehmen.