Wie viel kostet es, den grünen Basler Regierungspräsidenten Guy Morin vom Thron zu stossen? FDP-Anwärter Baschi Dürr hofft, dass es mit 50000 bis 75000 Franken klappt. Mit diesen Kosten rechnet er für seine persönliche Kampagne, die er durch Spenden von Privaten und Organisationen finanziert. Details zu seinen Spendern gibt er nicht bekannt. Nur so viel: Er selber zählt auch dazu, einen Hauptsponsor gäbe es nicht. Hinzu kommt die gemeinsame Regierungsratskampagne von FDP, LDP und CVP, die auf 100000 bis 150000 Franken budgetiert ist.

Doch das beeindruckt Morin nicht. Er verzichtet auf eine eigene Kampagne und präsentiert sich nur im Rahmen der gemeinsamen Kampagne mit der SP. Dort erhält er dieselbe Präsenz wie die drei SP-Kollegen. Die linke Kampagne ist bescheiden: Die Plakate, Broschüren und ein etwas handgestricktes Video kosten 160000 Franken. Die Grünen übernehmen für Morins Auftritt einen Viertel der Kosten: 40000 Franken.

FDP ist stärker als die SVP

Diesen Betrag wendet FDP-Kandidat Christophe Haller schon nur für seine persönliche Kampagne auf, die jene seiner Partei ergänzt. Das Budget für seinen persönlichen Wahlkampf gibt Haller auf 40000 bis 50000 Franken an. Im Gegensatz zu Dürr legt er offen, woher der Betrag stammt. «Ich bin der Hauptsponsor meines Wahlkampfes», sagt der Basler Generalagent der Vaudoise Versicherungen.

Rein finanziell müssen sich die beiden FDP-Kandidaten keine Sorgen machen, von rechts überholt zu werden. Das Bonzen-Image der SVP trifft zumindest auf die Basler Kantonalpartei nicht zu. Für Grossrats- und Regierungswahlen hat diese insgesamt ein Budget von nur 80000 Franken zusammengebracht – gleich viel wie die Basler Grünen. SVP-Kandidat Lorenz Nägelin, der sich wie Dürr für den Job des Regierungspräsidenten bewirbt, kann sich keine grosse zusätzliche Kampagne leisten. Nägelin rechnet damit, dass er mit einem eigenen fünfstelligen Betrag und Spenden auf ein Budget von grob geschätzt 20000 Franken kommt.

Hafner beneidet Haller

SVP-Kollege Patrick Hafner kündet ebenfalls eine bescheidene Kampagne an, da er selbst nicht über viele Mittel verfüge. Zudem gehe er nicht davon aus, dass er mit Spenden eine ganze Plakatkampagne bezahlen könne, «wie sich dies Konkurrenten offenbar problemlos aus der eigenen Tasche leisten können». Mit diesem Seitenhieb meint er Haller, der als Erster und bisher Einziger in der Stadt mit Plakaten präsent war.

Doch Hafner kann sich trösten: Noch weniger Geld haben die Grünliberalen, die mit 30000 Franken das tiefste Budget für die Regierungswahlen aufstellen. GLP-Kandidat Emmanuel Ullmann, der als Buchhaltungschef bei der Pensionskasse der UBS in Zürich arbeitet, zwackt deshalb 12000 Franken von seinem Sparkonto ab. Daneben ist er auf Spendensuche. Für eine grosse Materialschlacht reicht dies nicht.

Der Vergleich der Wahlkampfbudgets zeigt: Der Köpfesalat, der sich in den nächsten Wochen in der Stadt ausbreiten wird, wird nicht viele Haare haben. Am häufigsten wird Glatzkopf Baschi Dürr zu sehen sein. Sein vergleichsweise stolzes Budget für die Regierungswahlen ist aber keine Erfolgsgarantie. Als PR-Berater weiss Dürr: «Man kann wenig Geld sinnvoll und viel Geld weniger sinnvoll ausgeben – das Budget ist nur eine Komponente einer Kampagne.»