Freunde werden sie wohl nie mehr, das steht fest. Weiter steht fest: «Stadthof»-Beizer Josef Schüpfer geht als Gewinner einer Schlacht hervor, die einige Jahre dauerte und viele Nerven kostete. Begonnen hatte die Story vor sechs Jahren als Erfolgsgeschichte: Der damalige «Stucki»-Wirt Pierre Buess stieg mit Pauken und Trompeten vom Bruderholz an den Barfüsserplatz herunter, um den «Stadthof» gemeinsam mit dem dortigen Langzeit-Patron Josef Schüpfer zu führen.

Dann war es eine Weile still um das «Gastgeber-Tandem» und die Welt schien in Ordnung. Vor zwei Jahren aber nahm die Geschichte eine jähe Wendung und die Gastro-Titanen sahen sich fortan nur noch vor Gericht. Mehrere Gerichtssäle betraten sie seither, etliche Stunden verbrachten sie darin, um jedes Mal wieder dasselbe zu hören: Schüpfer hat recht. Nun hat auch das Bundesgericht bestätigt, was zuvor schon das Basler Zivil- und Appellationsgericht entschieden hatte.

Beschwerde ist unbegründet

Das einzige Reizwort im Fall lautet: Geld; darum ging es letztlich. Mit dem Ziel, die Hälfte des «Stadthof»-Gewinns einstreichen zu können, verlangte Buess Einsicht in die Geschäftsunterlagen. Schüpfer gab ihm diese nicht, da Buess nie Partner, sondern stets nur Mitarbeiter mit Lohn gewesen sei. Stimmt nicht, konterte Buess, er sei Partner gewesen und das Konstrukt eine einfache Gesellschaft. Hier wurde es kompliziert, nicht nur für den beobachtenden Laien, sondern auch für die Gerichte: Unterlagen fehlten fast gänzlich, die Freunde hatten das meiste mündlich vereinbart.

Was genau, das wissen nur sie selber und allenfalls die Götter. Einen Vertrag oder dergleichen zugunsten von Buess konnte dieser nicht vorlegen. Bis heute hat er die Geschäftsunterlagen nicht gesehen – und auch keinen Gewinnanteil erhalten. Das Bundesgericht sagt: «Die Beschwerde erweist sich als unbegründet.» Wenn das oberste Gericht so entscheidet, gibt es in den meisten Fällen kaum mehr eine Möglichkeit, den Fall weiterzuziehen – in diesem schon gar nicht.

Gerichtsfall mit Nachspiel

Beendet ist die Story aber nicht, denn Buess hatte zwischen zwei von drei Gerichtsentscheiden beschlossen, Schüpfer zu betreiben. In der Schweiz kann jeder jeden betreiben, ob er berechtigt ist oder nicht. Doch Schüpfer, der sich zu Unrecht betrieben sieht, muss nun mit einem Eintrag im Betreibungsregister leben. «Das war reine Schikane und wirft ein schlechtes Licht auf Buess als Geschäftspartner», sagt Schüpfers Anwalt Jascha Schneider – und kündigt an: «Wir werden mit aller Härte gegen den Eintrag vorgehen und Klage erheben, damit dieser gerichtlich gelöscht wird.»

Es wird womöglich nicht das einzige Nachspiel der Titanen-Schlacht sein. Schneider erwägt rechtliche Schritte gegen Protagonisten, die beim Prozess möglicherweise «falsche Aussagen» gemacht hätten. Die Akte «Edition von Geschäftsunterlagen» aber, die ist erledigt. Was Pierre Buess von seiner Niederlage hält, will er nicht öffentlich darlegen: Eine entsprechende Anfrage der bz blieb bis dato unbeantwortet.