Bubendorf
Aktualisiert am 03.02.12, um 19:45 von Simon F. Eglin
 

Alterskonzept von Bubendorf soll kein Papiertiger sein

Quelle: Keystone
Es ist sechs A5-Seiten lang, umfasst zehn Leitsätze von «Lebensqualität» bis «Sterben und Tod» und wurde am Mittwochabend der Bevölkerung vorgestellt: das Altersleitbild der Gemeinde Bubendorf. von Simon F. Eglin
 

«Das Leitbild steht auf drei Füssen», sagte Projektleiter und Gemeinderat Walter Bieri. «Das Gemeindewesen kommt erst dann zum Zug, wenn Eigenverantwortung und Angebote von freiwilligen und nichtstaatlichen Institutionen nicht mehr greifen».

Um die Bedürfnisse der Bubendörferinnen und Bubendörfer über 50 abzuklären, wurden 1640 Fragebögen versendet, wovon mehr als 738 ausgefüllt retourniert wurden. «Der hohe Rücklauf hat uns völlig überrumpelt. Zur Auswertung haben wir drei Wochen lang eine Ferienhilfe eingestellt», kommentierte der designierte Gemeindeverwalter Beat Schatz die erfreulich hohe Beteiligung. Die wichtigsten Erkenntnisse der Erhebung: Gewünscht sind Alters-Wohngemeinschaften, Servicedienstleistungen zu Hause gegen Bezahlung, Mittagstische, Bewegungsprogramme und kulturelle Angebote sowie die Erhaltung der Mobilität im privaten wie öffentlichen Verkehr.

Von der Leitidee zur Handlung

Im Oktober 2005 wurden den Gemeinden vom Kanton im Gesetz über die Betreuung und Pflege im Alter (GeBPA) zahlreiche Aufgaben im Altersbereich zugewiesen, darunter die Erstellung eines Konzepts für die Betreuung und Pflege im Alter. Bislang haben gemäss Gabriele Marty, Leiterin der Abteilung Alter und Gesundheit bei der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), rund zwei Drittel der Baselbieter Gemeinden ein Altersleitbild formuliert. «Viele kleinere Gemeinden haben sich für ein regionales Altersleitbild oder Alterskonzept zusammengeschlossen», so Marty.

Wie hoch ist denn die Gefahr einzuschätzen, dass die zahlreichen Alterskonzepte zum blossen Papiertiger verkommen? «Wichtig ist, dass es nicht bei der Leitidee bleibt, sondern spezifische Ziele und Massnahmen aus dem Altersleitbild abgeleitet werden», so Gabriele Marty. Ein Altersleitbild müsse gelebt und immer wieder überprüft werden, damit es ein wichtiges Element im gemeindepolitischen Handeln werde.

Alterskommission gesucht

Auch in Bubendorf will man bestrebt sein, dass das Papier nicht für Jahre in der Schublade verschwindet und als blosse Theorie in Erinnerung bleibt. So rührte das Projektteam des Altersleitbildes bereits bei der Präsentation die Werbetrommel für die Beteiligung an einer neu gegründeten Alterskommission und einer Infostelle, die bereits im März ihren Betrieb aufnehmen sollen.

Gemeinderat Walter Bieri konnte auch zwei konkrete Beispiele nennen, bei denen die Grundsätze des neuen Konzepts beherzigt werden: «Bei der Planung der Mehrzweckhalle wird den Ansprüchen der Senioren mehr Rechnung getragen und an der steilen Strasse Richtung Sunnegg wird in Kürze ein Handlauf montiert», so Bieri.

(bz Basellandschaftliche Zeitung)