Unsere Gegend ist ein Kraftort. Sie hat einige Klöster und eine eindrückliche Industriegeschichte. Die Via Surprise im Baselbieter und Solothurner Jura offenbart den Wandervögeln einiges – viel Bekanntes, noch viel mehr Unbekanntes.

Die Via Surprise ist eine Rundroute. Als Skizze entpuppt sie sich als Fünfeck. Der Rundkurs tangiert Dornach, Seewen, die Wasserfallen, Balsthal, Beinwil, Laufen und Mariastein. Das Projekt wurde laut Tobias Eggimann, dem Geschäftsführer von Baselland Tourismus, 2012 lanciert, vor zwei Jahren informierten die Initianten im Kloster Mariastein über ihre ersten konkreten Schritte. Träger der Via Surprise ist Kanton Solothurn Tourismus. Das Projekt ist bikantonal. Neben Baselland Tourismus sind zahlreiche weitere Partner involviert.

Kraftorte, Klöster, Industrie

«Kantonsgrenzen interessieren die Touristen nicht», verdeutlicht Jürgen Hofer, der Geschäftsführer von Kanton Solothurn Tourismus, die Idee der kantonsübergreifenden Kooperation und fügt an: «Die Erlebnisse sind wichtig.» Der hiesige Jura sei eine Landschaft von nationaler Bedeutung, betont der Projektleiter der Via Surprise, Hans Weber.

Die Wanderroute bietet drei verschiedene Touren: Kraftorte-Tour (5 Tage), Kloster-Tour (6 Tage) und Industrie-Tour (3 Tage). Weitere sind geplant. Pier Hänni, Autor zahlreicher Bücher zu Kraftorten, erklärt, dass der Boden grossen Einfluss habe, wie man sich fühle. «100 Prozent des Bodens im Jura sind organisch. Der Kalk hat eine beeindruckende Wirkung.» Der im Berner Oberland wohnende Hänni versichert, er fühle sich im Jura immer sehr entspannt.

Das Kloster Mariastein, in welchem Benediktiner Mönche leben, ist ein Leuchtturm in der Region. Es gibt aber noch drei weitere: In Beinwil – in diesem Kloster kann man sogar nächtigen –, in Dornach und in Langenbruck das Kloster Schönthal. Auf der Industrie-Tour steuert man zu auf das Kantonsmuseum in Liestal, Posamenterdorf Reigoldswil, Musikautomaten-Museum in Seewen sowie auf das Museum Hand und Kamm in Mümliswil und die Klus Balsthal, wo der Aufstieg der Von-Roll-Eisenwerke begann.

Die Promotoren der Via Surprise wollen mit ihrem Projekt die Kantone Baselland und Solothurn bekannter machen, deren Vorteile und Schönheit anpreisen, das Image verbessern. Und: Die Gäste zum Verweilen anregen. Sie sollen nicht bloss am gleichen Tag an- und abreisen, sondern übernachten. «Deshalb müssen wir die Qualität der Infrastruktur stärken», ist sich Jürgen Hofer bewusst. Dem Geschäftsführer Kanton Solothurn Tourismus ist auch klar, dass es Zeit braucht: «Das ist ein Marathonlauf und kein Sprint.»

Wandern ohne Sack und Pack

Die Initianten von Via Surprise haben Swiss Trails ins Boot geholt. Der Groundoperator bietet Dienstleistungen an wie Gepäcktransport. So macht das beliebte Wandern noch mehr Spass. Ohne Sack und Pack entspannt stapfen über die bezaubernden Jurahöhen mit ihren vielen Aussichtspunkten.

Ein Trio füllte den Ausstellungsraum des Klosters Schönthal, wo die Initianten über ihr Projekt orientierten, mit Klängen. Zwei Panflötisten und ein Pianospieler intonierten El condor pasa. Mit verschlossenen Augen und sich die Landschaft verinnerlicht, wähnte man sich tatsächlich an einem Kraftort.

Kraftort Bölchenfluh

Die Bölchenflue als Kraftort – faszinierende Stimmung beim Sonnenaufgang. Weiter unten beim Kloster Schönthal kann man sich vom Skulpturenweg inspirieren lassen. Quelle: www.magisto.com

Weitere Infos: www.viasurprise.ch.