Immer wenn im Baselbiet bürgerliche Kandidaten in einen Wahlkampf ziehen, stellt sich die Frage: Inwiefern ist daran die Wirtschaftskammer, der mächtige Dachverband des Baselbieter Gewerbes, finanziell beteiligt. Diese Frage stellt sich erst recht, wenn der Direktor der Wirtschaftskammer Christoph Buser für die FDP in den Kampf um den einzigen Sitz des Landkantons im Ständerat zieht. An einer Medienkonferenz am Mittwochmorgen zum Auftakt seines Wahlkampfs stellte Buser nun klar, dass er den Wahlkampf finanziell vollständig via eigene Fundraising-Aktivitäten bestreite. «Es fliessen seitens der Wirtschaftskammer keine Mitgliedergelder in meinen Wahlkampf», betonte Buser. Er habe dem Wirtschaftsrat, dem Parlament der Wirtschaftskammer, einen den Antrag gestellt, auf einen Beitrag zu verzichten. «Ich putze bei Privaten und Unternehmen die Türklinken und habe bereits einige Zusagen erhalten», sagt Buser weiter.

Polemik zuvorkommen

Mit seinem Statement will der Verbandschef und FDP-Landrat allfälligen Polemiken um die Finanzierung seines Wahlkampfs zuvorkommen. Angaben zur Höhe seines Wahkampfbudgets machte der Füllinsdörfer indes nicht. Finanziell unterstützt wird der Ständeratswahlkampf von Busers Partei, der FDP. Wie hoch dieser Beitrag ausfallen wird, ist laut Parteipräsidentin Christine Frey noch offen. Die bürgerlichen Partner CVP und SVP greifen Buser mit Sachleistungen, nicht aber mit Geldbeträgen unter die Arme.

Eine Verbindung von Busers Wahlkampf zur Wirtschaftskammer gibt es dennoch: Buser wird laut eigenen Angaben als Privatperson der bei der Wirtschaftskammer angehängten IWF AG Aufträge zur Durchführung der Kampagne geben. «Diese Aufträge werden nach Arbeitsstunden verrechnet», stellt Buser klar. Der bürgerliche Herausforderer von Ständerat Claude Janiak (SP) will in den kommenden Wochen eine Wahlkampftour durchs Baselbiet veranstalten und an Bürgerversammlungen in Kontakt mit der Bevölkerung treten. Seine privaten Fundraising-Aktivitäten hat der 44-Jährige vor Jahresfrist aufgenommen. Damals wusste er freilich noch nicht, dass er der Ständeratskandidat der FDP ist. Er sei aber davon ausgegangen, dass er für ein nationales Amt kandidieren werde. Buser wird neben dem «Stöckli» am 18. Oktober auch auf der Siebnerliste der Baselbieter FDP für den Nationalrat ins Rennen steigen.