Das Kantonsspital Baselland (KSBL) und das Universitätsspital Basel (USB) sollen in einer gemeinsamen Spitalgruppe aufgehen – so lautet der Wille der beiden Kantonsregierungen. Anscheinend funktioniert der Austausch zwischen den künftigen Brautfamilien aber noch nicht wie gewünscht. Das sorgt für erste Misstöne.

Knackpunkt ist das geplante Ambulatorium Liestal. Dieses will das KSBL im noch zu erstellenden Liestaler Bahnhofsneubau einrichten. Das Spital bestätigte am Freitag entsprechende Meldungen der bz und des «Regionaljournal Basel» von SRF. Geplant ist eine Einrichtung, in der kleinere Eingriffe und Untersuchungen durchgeführt werden können; eine Absichtserklärung mit den SBB ist bereits unterzeichnet. Wie nun am Freitagabend das «Regionaljournal» berichtete, hat das KSBL die Absichtserklärung unterschrieben, ohne vorgängig Basel-Stadt informiert zu haben. Eine Mitteilung zum neuen Ambulatorium an die künftigen Spitalpartner in der Stadt erfolgte laut «Regionaljournal» erst am vergangenen Mittwochnachmittag.

Basel-Stadt war wohl nicht im Bild

Man kommentiere diese Aussage nicht, heisst es beim KSBL auf Anfrage der bz. «Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Spitälern und den beiden Gesundheitsdirektionen ist sehr konstruktiv», teilt KSBL-Sprecherin Brigitte Emmenegger mit. Das Basler Gesundheitsdepartement (GD) war aber wohl tatsächlich nicht im Bild über die Pläne für den Liestaler Bahnhof. Darauf weist hin, dass es den Informationsfluss ebenfalls nicht kommentieren will. «Der Entscheid über das Ambulatorium liegt in der unternehmerischen Freiheit und Kompetenz des Kantonsspitals Baselland», sagt GD-Sprecherin Anne Tschudin. Das Ambulatorium widerspreche jedenfalls nicht den Zielsetzungen der gemeinsamen Spitalgruppe. Das betont auch das KSBL in der gestrigen Mitteilung: Das Vorhaben sei «mit den Partnern der geplanten Spitalgruppe abgestimmt».

Im vergangenen September orientierten der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) mit seinem Basler Kollegen Lukas Engelberger (CVP) über die Eckpunkte der gemeinsamen Spitalplanung. Damals war von einem Ambulatorium am Banhof Liestal nicht die Rede.

Dass die KSBL-Pläne zumindest nicht ganz frisch sein können, zeigt aber der «Quartierplan Bahnhofcorso». Der Liestaler Stadtrat hat diesen am Dienstag publiziert. Unter dem Punkt «Art und Mass der Nutzung» wird explizit auch Gesundheit festgehalten. Zwischen 2023 und 2025 sollen die Gebäude realisiert sein.

Das KSBL lässt auf Anfrage verlauten, es seien im Ambulatorium auch ergänzende Leistungen denkbar, die das KSBL bisher nicht anbiete. In Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten seien etwa auch Gruppenpraxen oder hausärztliche Notfallpraxen möglich. Gespräche mit der Baselbieter Ärztegesellschaft seien im Gang. Ausgeschlossen sind laut dem Spital stationäre Angebote.