Thomas Weber, Sie sagten, im Dezember sei die Idee mit Pratteln zum ersten Mal aufgekommen. Wie ist das genau vor sich gegangen?

Thomas Weber: Ich habe noch im Dezember an Sitzungen mit Landeigentümern in Aesch teilgenommen, dies im Rahmen der Variante Aesch. Wir mussten aber bald fest stellen, dass das Vorhaben chancenlos ist – der Widerstand war einfach zu gross. Dann bekam ich einen Hinweis zugetragen, dass das Fest ja auch im Gebiet Hülften möglich sein müsste. Ich habe das mit diversen Fachpersonen besprochen. Es herrschte bald Konsens, dass das funktionieren kann, auch die Vertreter der Schwingerverbände äusserten sich zustimmend.

Wann kontaktieren Sie die betroffenen Bauern? 

Sehr rasch. Am 22. Dezember fand bereits eine gemeinsame Begehung statt. Am 3. Januar war die erste Sitzung der Projektgruppe, danach nahmen wir die Machbarkeitsstudie in Angriff.  

Erstaunlich ist, dass von der Variante gar nichts nach Draussen gedrungen ist. 

Ja. Für uns war es sehr erfreulich, dass es dieses Mal nicht zu unangenehmen Nebengeräuschen kam. Wir haben die Projektgruppe bewusst so klein wie möglich gehalten, das war wohl das Erfolgsgeheimnis. 

Hatte man also aus der gescheiterten Variante Aesch Nord Lehren gezogen?

Wir haben schon analysiert, was bei der Variante Aesch nicht gut gelaufen ist. Auf dem Papier sah ja alles wunderbar aus. Wir haben uns gesagt: Jetzt müssen wir zuallererst zu den Akteuren, die am wichtigsten sind. Das sind die Bauern, die mit dem Boden ihre Existenz bewirtschaften. Bald war klar, dass sie einverstanden sind, ebenso die Gemeinde und die Bürgergemeinde. Danach konnten wir Gas geben. 

Die Grundeigentümer haben ja auch ein wichtiges Wörtchen mitzureden. 

Die sind alle informiert und einverstanden. Die Landbewirtschafter sind früh auf sie zugegangen. 

Warum kam man nicht früher auf den Standort Pratteln-Hülften?

Man war da wohl noch ein wenig geprägt von Estavayer-le-Lac (Austragungsort des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2016, Anmerkung der Redaktion). Dort hing alles zusammen, 90 Hektaren Festfläche, das war auf einem Militärflugplatz möglich. Irgendwann stellten wir fest: Es geht um die Gesamtfläche, es muss nicht zwingend alles an einem Stück vorhanden sein. Man kann zum Beispiel mit Übergängen arbeiten. Der Standort Hülften ist nun ideal. 

Hätte das Eidgenössische Schwingfest auch im Gebiet St. Jakob statt finden können?

Ich denke schon. Man hätte die verschiedenen Flächen auch dort miteinander verbinden müssen, wie wir es nun in Pratteln planen. Und es wären Shuttle-Verbindungen notwendig gewesen. Wir mussten uns aber irgendwann sagen: Basel-Stadt hat die Stadt, Baselland hat das Land – da muss es doch irgendwie möglich sein, eine geeignete Fläche zu finden für das Schwingfest.