2500 neue Einwohnerinnen und Einwohner sollen in den nächsten fünf bis acht Jahren nach Liestal ziehen, wie man kürzlich in Zeitungen lesen konnte. Damit sie alle einen Platz finden, wird verdichtet gebaut – 35 Quartierpläne sind zurzeit in der Bau- oder Planungsphase. Mit anderen Worten: «Es wird eng.» So lautet das Sujet der Lieschtler Fasnecht 2017, sinnbildlich dargestellt auf der Plakette, die eine Gruppe Chienbesenträger zeigt, die sich durch das schmale Stadttor quetschen.

Eng wird es dieses Jahr auch in der Rathausstrasse, die während neun Monaten saniert wird. «Am Montag nach der Fasnacht fahren die Baumaschinen aus», rief Komitee-Präsident Ruedi Schafroth an der Plakettenpräsentation in Erinnerung. Am Bummelsonntag müssten die Fasnächtler somit ihre Route ändern, «ausser ihr zieht die grossen Stiefel an».

Den Entwurf zur Plakette 2017 hat wiederum Denise Steiner geliefert, die den Gestaltungswettbewerb zum dritten Mal in Folge gewonnen hat. «Es war keine Schiebung», versicherte Schafroth. Die Wahl sei sehr schwierig und spannend gewesen, denn es seien 17 Entwürfe querbeet durch alle Themen eingereicht worden. Die Plakette von Steiner sehe einfach «irrsinnig» aus, vor allem in der Gold-Version mit Flammen hinter dem «Törli».

«D Rothuusstrooss wird zur Rothuusgass», erläuterte die Künstlerin ihr Sujet. Es werde gebaut «wie gschtört», das Wohnen in den verdichteten Quartieren werde furchtbar eng, Gärten würden wegrationalisiert. «Doch halt mir Fasnächtler mache do nit mit / ob verdichtet baue oder nit / mir gässle im Stedtli wie eh und jeh / und au dr Chienbäse löhn mir eus nit lo neh», dichtet Denise Steiner. Der Baustart in der Rathausstrasse wurde übrigens extra wegen der Fasnacht nach hinten verschoben.

Dabei ist es nicht so, dass Fasnächtler aus Prinzip gegen die Reglementier- und Kontrolliertätigkeit der Stadt Liestal gefeit sind. Wie Komitee-Mitglied Christian Roesch den versammelten Cliquen mitteilte, sind ab diesem Jahr keine Glasflaschen und -gläser mehr auf den Wagen erlaubt. Das betreffe auch die beliebten «Shötli», aber es gebe zum Glück Alternativen dazu.