Ein anonymer Informant unterrichtete die «Basler Zeitung» über Details der Verfügung des Baselbieter Bauinspektorats zum Bed & Breakfast der Landratspräsidentin Daniela Gaugler. Demnach seien die Behörden zum Schluss gekommen, das B&B sei rechtswidrig. Ihr und ihrem Mann wird vorgeworfen, in der Gewerbezone Dauermieter leben zu lassen, was nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Bisher standen die Aussagen alleine da: Das Bauinspektorat und die beteiligten Parteien übten sich im Stillschweigen um den Fall.

Nun melden sich die Gauglers selbst zu Wort. In einer Mitteilung an die Medien vom Donnerstagabend gibt Daniela Gauglers Mann Christoph bekannt, er habe Anzeige gegen Unbekannt wegen Amtsgeheimnisverletzung und eine Anzeige wegen Anstiftung zur Amtsgeheimnisverletzung bei der Staatsanwaltschaft Baselland eingereicht. In seiner Mitteilung schreibt er: «Alles deutet darauf hin, dass die Basler Zeitung die Detailinformationen zum Entscheid des Bauinspektorates aus dem Kreis der Mitarbeitenden beim Bauinspektorat erhalten hat.»

Damit macht er – wohl eher unfreiwillig – ein Eingeständnis, dass die Informationen, die die «BaZ» erhalten hat, zumindest einen bestimmten Wahrheitsgehalt besitzen.

Auch Bauinspektor Andreas Weis deutet mit seiner Wortwahl gegenüber der bz an, dass der Informant der «BaZ» zumindest eine Teilwahrheit erzählt hat. «Was die ‹BaZ› schreibt, stimmt so nicht ganz.» Und mit dem «nicht ganz» bestätigt er indirekt, dass eben etwas dran ist an der Geschichte. Konkret meint er die Aussage, dass das Bauinspektorat an der Lausner Kanalstrasse 17 – also der Liegenschaft des Ehepaars Gaugler mitsamt ihrem Bed & Breakfast – «den Rückbau verfügt».

Zum Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung sagt Weis: «Bei uns ist sicher nichts rausgegangen.»

Eine komplette Reinwaschung der Geschäftsgebaren von Daniela und Christoph Gaugler ist mittlerweile ausgeschlossen. Weis möchte «ganz allgemein» festhalten, dass ein «Rückbau» nicht immer eine bauliche Massnahme beinhalte. Es könne auch «bloss» eine Nutzungsänderung sein.

Erste Rücktrittsforderung

Dass der Bericht des Bauinspektorats trotz allem weiter unter Verschluss bleibt, ist die negative Nachricht. Doch weitere Indizien sprechen dafür, dass das B&B mit seinen jahrelangen Dauergästen in der Lausner Gewerbezone so nicht mehr bestehen bleiben darf. «Wir sind froh, dass nun ein Entscheid vorliegt», sagt der Lausner Vizegemeindepräsident Marcel Durrer zur bz. Man müsse zwar abwarten, ob die Verfügung auch rechtskräftig wird – oder ob die Gauglers dagegen Beschwerde einlegen – doch «dann ist es endlich mal gut so».

Es sei letztlich eine Präzisierung, wie ein Bed & Breakfast genutzt werden darf und ab wann ein Mietverhältnis vorliegt, gibt Durrer preis. Er erwartet vom Bauinspektorat nun entsprechende Weisungen, wie die Gemeinde eventuell ihre Reglemente anpassen muss. Das weitere Vorgehen werde der Gemeinderat an seiner Sitzung kommenden Dienstag besprechen.