Gesundheit
Aktualisiert am 28.05.11, um 15:15 von Alessandra Paone
 

Investoren liebäugeln mit Spital Laufen

Im Kantonsspital Laufen könnten bald Herzkranke behandelt werden. Juri Junkov
Das Kantonsspital Laufen soll in eine Reha-Klinik für Herzkranke umgebaut werden. Private Investoren aus dem In- und dem Ausland zeigen zumindest Interesse an der Übernahme des Spitals. von Alessandra Paone
 

Wegen der Einführung der Fallkostenpauschale 2012 bezweifeln viele, dass das Kantonsspital Laufen in der heutigen Form – als Grundversorgungsspital – auf dem Markt bestehen kann. Vor allem die Baselbieter Grünen, aber auch der Branchenverband der schweizerischen Krankenversicherer Santésuisse würden deshalb eine Schliessung oder Umnutzung des Hauses begrüssen.

Möglichkeiten für eine Umnutzung des Spitals wurden schon viele genannt – jedoch nie konkretisiert. Kaum Anklang fand bis jetzt auch die vorgeschlagene Variante der Grünen, Laufen in ein Notfall-Ambulatorium umzuwandeln. Nun wird aber eine neue Idee diskutiert: In Laufen soll nach dem Modell von Gais im Kanton Appenzell Ausserrhoden und Le Noirmont im Kanton Jura eine Klinik für kardiale Rehabilitation entstehen.

Investoren aus dem In- und Ausland stehen bereit

Thomas de Courten bestätigt, dass sich privatwirtschaftliche Investoren aus dem In- und Ausland für die Übernahme von frei werdenden Spitalinfrastrukturen interessieren. Das Ziel dabei sei, Kliniken zu betreiben, die sich auf verschiedene medizinische Disziplinen spezialisieren, verrät der Präsident der landrätlichen Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK) gegenüber der bz. Im Verlauf der Debatte zur Zusammenlegung der Kantonsspitäler Laufen und Bruderholz ist dem SVP-Landrat eine solche Anfrage konkret auch für Laufen bekannt. Dies mit dem Ziel, dort eine Herz-Rehaklinik aufzubauen.

Das offensichtliche Interesse für das Spital Laufen belege, dass nicht nur eine rentable Nachfrage besteht, sondern der Standort auch wirtschaftlichen Erfolg verspreche, so de Courten. «Dies ist sicher auch das Verdienst von Rudolf Mohler, der das Spital nun schon einige Jahre als Direktor führt.» Der VGK-Präsident ist überzeugt, dass das Spezialisierungs-Modell auch für den Spitalstandort Laufen erfolgreich sein kann. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass das Spital auch in Zukunft einen – vielleicht gegenüber heute eingeschränkten – Leistungsauftrag für Notfall- und Grundversorgung erfüllt.

Modellspital für Ausbildung

Von den Plänen für Laufen weiss auch SP-Landrätin Pia Fankhauser. Im Gegensatz zu de Courten steht die Oberwilerin, die sich stark für eine Zukunft des Laufner Spitals einsetzt, dieser Idee aber skeptisch gegenüber. Denn ihr schwebt für Laufen etwas ganz anderes vor: Sie möchte daraus ein Modellspital machen für die Ausbildung der Berufe in der integrierten Versorgung vor allem für chronisch Kranke. Alle Grundversorger würden dabei zusammenarbeiten.

Auch FDP-Landrat Rolf Richterich bestätigt, von einem Herz-Zentrum gehört zu haben. Der Laufner hält aber am jetzigen Modell fest. Zu den Prognosen, Laufen habe ab 2012 keine Überlebenschancen, meint er: «So wie beim Fussball gibt es im Gesundheitswesen viele Experten: Alle meinen zu wissen, was zu tun ist.»

Gesundheitsdirektion weiss nichts

Ausweichend reagiert der Direktbetroffene Rudolf Mohler: «Jetzt läuft die Ausgliederung der Kantonsspitäler. In diesem Zusammenhang ist klar entschieden worden, dass ich keine Auskunft gebe.» Der Direktor des Spitals Laufen verweist auf Heinz Schneider, der als Projektleiter die Auslagerung der Spitäler vorantreibt und später CEO der neuen Gesellschaft sein wird, sowie auf Gesundheitsdirektor Peter Zwick.

Doch sowohl die Gesundheitsdirektion als auch Schneider zeigen sich überrascht von der Idee einer Herz-Reha in Laufen. Für Direktionssprecher Thomas Lüthi steht jedenfalls fest: «Alle drei Kantonsspitäler starten am 1.Januar 2012 mit dem bestehenden Leistungsauftrag.» Erst später, wenn die Tarife für die einzelnen Leistungen feststehen, sei es Aufgabe des CEO, die Lage neu zu beurteilen.

(bz Basellandschaftliche Zeitung)