Mit der Ouvertüre aus Mozarts Singspiel «Die Zauberflöte» wird das Orchester der Vereinten Nationen sein Festkonzert in der Liestaler Stadtkirche eröffnen. Wenn das von Dirigent Antoine Marguier geleitete Ensemble am 20. Mai ins Baselbiet kommt, dann steckt eine ungewöhnliche Geschichte hinter diesem Konzerttermin. Denn Liestal ist die einzige andere Deutschschweizer Destination neben Bern, welche das Orchester auf seiner Mini-Tournee zum vor 15 Jahren erfolgten Uno-Beitritt der Schweiz aufsuchen wird.

Stadtpräsident Ott weibelte in Genf

Es war Liestals Stadtpräsident Lukas Ott höchstpersönlich, der diesen Auftritt einfädelte, nachdem er das Uno-Orchester im vergangenen Oktober beim Abschiedskonzert für den scheidenden Generalsekretär Ban Ki-moon in Genf für sich entdeckt hatte. Prompt weibelte Ott bei Carlo Lamprecht, dem ehemaligen Genfer Regierungspräsidenten und alt Stadtpräsidenten von Liestals Partnerstadt Onex, damit die Baselbieter Hauptstadt als Jubiläumskonzertort zum Handkuss kommt. Ebenso als Vorteil haben sich Otts gute Beziehungen zu Ivan Pictet, dem Stiftungspräsidenten der Fondation pour Genève, erwiesen.

Nach dem Auftritt von Bundesrat Guy Parmelin als Ehrengast am Chienbäse vor 14 Tagen kann also Lukas Ott einen weiteren Coup landen und seinen Ruf als Papageno der Liestaler Aussenbeziehungen und Vernetzung untermauern. Dass mit dem Uno-Jubiläum als Aufhänger Liestal seine Weltoffenheit und Internationalität unterstreicht, ist für den Grünen Stadtpräsidenten umso willkommener. Und noch ein Zückerchen: Als Ehrengast wird die Stadt Liestal zum Konzert den Spitzendiplomaten Valentin Zellweger empfangen, den Schweizer Uno-Missionschef in Genf. Grünen-Nationalrätin Maya Graf wird das Grusswort halten.

Erfolgreiche Spendensammler

Das 70-köpfige Uno-Orchester wurde 2011 mit der Absicht gegründet, durch Benefizkonzerte möglichst viel Spendengelder für humanitäre Projekte zu sammeln. Laut eigenen Angaben sind bisher an über 30 Konzerten 170 000 Franken zusammengekommen. Die Musikerinnen und Musiker sind in der Regel bei der Uno in Genf angestellte Laien, die an ihren Konzerten aber von Profi-Solistinnen und -Solisten begleitet werden. In Liestal wird es die junge Schweizer Geigerin Lisa Rieder sein, die Max Bruchs Violinkonzert in g-Moll gibt. Das Ensemblemitglied der Basel Sinfonietta hat das Solistendiplom an der Basler Hochschule für Musik mit Auszeichnung erworben.

Der Eintritt zum Konzert ist frei, Gratistickets müssen jedoch im Internet vorbestellt werden.