Zum besonderen Anlass «30 Jahre kulturhistorische Stadtführungen» wurden Gäste im geschichtsträchtigen Baseltorturm eingeladen, um mit Marie-Christine Egger bewegte 30 Jahre Jubiläum zu feiern. Neben bekannten Gesichtern unter den Gästen begegnete man auch der Römerin, dem Zauberlehrling, der Kaffeetante, der Magd, der Keltoromanin, Madame de Coin, Madame De und der Gastgeberin Stadtführerin Marie-Christine Egger. Damit die Figuren aber leben, braucht es neben den historisch nachgebildeten Kostümen auch die dazugehörigen Requisiten z.B. Musikinstrumente, Spindeln, Sonnenuhren, ledergebundene Bücher mit Schreibfedern oder auch eine Henne im Korb – Requisiten für ein spürbares Erlebnis, das Phantasie und Sinne anregt.

Damals wie heute hat Solothurn einiges an Handwerk zu bieten, so werden Kostüme, Hauben, Hüte und Barette in Solothurn von Solothurnern hergestellt, uns alle bekannte Nelly Mathys und Christine Schönbächler, die viel Gefühl für Details haben..

In 30 Jahren kommen einige Erlebnisse zusammen. Unterhaltsamen Anekdoten wurden mitreissend und amüsant von Marie-Christine Egger erzählt, untermalt vom Solothurner Duo fe@mail - Tanja Baumberger und Marlis Walter mit gekonnten musikalischen Einlagen. Das Repertoire reichte von komisch bis zu besinnlichen Texten und Melodien - den Anekdoten angepasst.

Eines der erzählten Erlebnisse war Egger in der Rolle als Bettelweib, welche die Ausbildung zum perfekten Gauner anbietet und die Geschichte der Unterschicht im Ancien Régime näherbringt. So sass sie vor dem Baseltor am Boden und wartete bettelnd auf eine Gruppe. Nun kam eine ältere Dame des Wegs entlang und wollte dem Bettelweib einen Zweifränkler spenden. Egger wehrte ab, «wissen Sie, ich spiele nur Theater»! worauf die Dame den Zweifränkler in den Teller legte und mitleidig bemerkte «Ihr armen Künstler»!

Oder der Nachtwächter, welcher eine Gruppe in einem Restaurant für eine Theaterführung abholen wollte. Er ging ausgerüstet mit Helebarde und Laterne auf die Gäste zu und wollte diese nach Hause schicken: um diese Zeit haben sie nichts mehr im Gasthaus zu suchen! Verzweifelt versuchte der Kellner den ungebetenen Gast hinaus zu komplementieren. Der Nachtwächter aber liess nicht locker und gab sich entsetzt, dass sogar Frauenzimmer um diese Zeit in der Beiz sitzen. Nun holte der verzweifelte Kellner den Chef de Service, der – bevor er die Polizei informieren konnte, von der Gruppe aufgeklärt wurde.

Viele Gäste kamen auch ausserhalb der Grenzen des Kantons Solothurn zum Erlebnisabend.

Die Stadtführerin engagiert sich nicht nur für die Stadt Solothurn, die Museen, die Einsiedelei und den Weissenstein, sondern sie organisiert seit 6 Jahren auch die Fortbildung des Schweizerischen Berufsverbandes der Stadtführer und Reiseleiter. Dabei ergeben sich viele Kontakte mit den Austria- oder den German Guides, deren Herz sie durch ihre authentische und liebenswürde Art schnell gewinnt und daher gerne zu diesem Anlass nach Solothurn kommen. 30 Jahre Solothurner Geschichte - mit allen Sinnen – erleben.