Eine neue Studie mit über 300 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zeigt: Spielen macht klug. «Kinder lernen nahezu alles durch das Spiel», sagt Margrit Stamm, Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education und Autorin der Studie in der Zeitung „Schweiz am Sonntag“. Ihre Erkenntnisse werden auch vom Marie-Meierhofer-Institut für das Kind gestützt: Wer nicht spielen dürfe, sei in der Entwicklung eingeschränkt, was Kreativität und Konzentrationsfähigkeit betreffe.     

Anstatt im Freien zu spielen, besuchten Kinder heute Förderkurse in abgeschotteten Räumen wie etwa Turn- und Sporthallen», sagt Stamm. Dadurch würden Kinder nicht nur verlernen, sich selbst zu beschäftigen, sondern würden sich auch daran gewöhnen, dauernd überwacht und kontrolliert zu werden.

«Auf Bäume klettern muss man selbst»

Robert Schmuki, Direktor von Pro Juventute und selber lange in der Jugendarbeit im Bereich Spiel und Bewegung tätig, bestätigt:. «Kinder der offenen Welt nicht auszusetzen, stiehlt ihnen körperlich wie geistig wichtigste Erfahrungen. Das kann man nicht von den Teletubbies lernen. Auf Bäume klettern muss man selbst.»

In der Elternberatung von Pro Juventute fragten Eltern immer wieder, wieso der 15-Jährige so gar nichts mit sich anfangen könne. Schmuki sagt: «Wann hätte er denn lernen sollen, was er mit Freizeit machen soll, wenn er bis 12 jede freie Minute durchgeplant und animiert verbracht hat?»