Die Tat passierte im März 2016, als der damals 85-jährige Rentner nichtsahnend in Affoltern am Albis auf den Zug wartete. Der Beschuldigte stand ebenfalls auf dem Perron und ging ohne Vorwarnung auf den Mann los. Als der Zug einfuhr, versetzte er dem Rentner einen kräftigen Stoss von hinten gegen die Schultern.

Der 85-Jährige stürzte nach vorne und prallte mit Kopf und Oberkörper an den Waggon. Danach fiel er zwischen Perronkante und Zug auf den Schotter und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Die Liste der Verletzungen, die der Mann davontrug, erstreckt sich in der Anklageschrift über vier Seiten: zahlreiche Brüche, eine ausgerenkte Schulter, grossflächig abgeschürfte Haut.

Ohne ärztliche Notfallbehandlung hätten diese Verletzungen zum Tod geführt, schreibt der Staatsanwalt. Er fordert für den Beschuldigten deshalb eine Verurteilung wegen versuchter Tötung.

Angriffe auf Bahnanlagen

Angeklagt ist der Mann aber auch wegen zahlreichen Sachbeschädigungen, wobei mehr als einmal die Bahn Ziel seiner Angriffe war. Er warf Steine gegen Züge, demolierte eine Anzeigetafel, in einem Fall wuchtete er gar ein Zugsfenster auf und sprang auf die Geleise.

Ins Gefängnis muss der IV-Bezüger aber aller Voraussicht nach nicht: Nach Ansicht des Staatsanwaltes ist der Mann wegen psychischer Probleme nicht schuldfähig. Er fordert deshalb eine stationäre Massnahme, also die Einweisung in eine Klinik. Zum heutigen Zeitpunkt sitzt der Mann noch im Gefängnis Zürich.