Sein Leben lang war Hans Küng einer der unerbittlichsten Kritiker des Vatikans. Jetzt sei er «lebenssatt» und «in der Endphase», sagt er im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» und meint damit, dass er «betagt und gesättigt» sei.

Küng leidet an Parkinson und wird laut Auskunft seiner Ärzte erblinden. Dem will er zuvorkommen: Er ist kürzlich der Sterbehilfeorganisation Exit beigetreten und bereitet seinen Tod bis ins Detail vor. Küng: «Ich weiss, welche Musik ich dabei haben möchte und welche Bibeltexte und Gebete gelesen werden sollen.»

Neue Hoffnung gibt ihm aber Papst Franziskus. «Ich erlebe jetzt das, wovon ich nicht dachte, dass es zu meinen Lebzeiten noch kommt», sagt Küng. «Ich hatte mich damit abgefunden, dass es keinen Umschwung in der katholischen Kirche gibt. Der ist nun mit dem neuen Papst erfolgt.»

Angebot von Christoph Blocher

Im Interview berichtet der gebürtige Innerschweizer, wie er etwa 10'000 tröstende Briefe erhielt, als ihm der Papst 1979 die Lehrerlaubnis entzog. Darunter auch einen von Christoph Blocher. «Er schrieb mir, wenn ich nicht in Tübingen bleiben dürfe, dann würde er dafür sorgen, dass ich in Zürich einen Lehrstuhl bekäme.»