Der Gegner heisst Bellinzona, die Hürde ist hoch. Aber alle wissen, man muss sie überwinden, sonst behält der Gegner aus dem Tessin das bessere Ende für sich. So sah am vergangenen Dienstag die Ausgangslage zum alles entscheidenden Spiel in der Erstliga-Zentralgruppe aus. Für Basels Eishockeyaner begann dieser kapitale Match sehr ungünstig.

Nach Ablauf des ersten Drittels lagen die Männer rund um Teamkapitän Cyrill Voegelin vor grosser Publikumskulisse 0:2 im Rückstand. Doch mit viel Kraftaufwand und dem nötigen Willen schaffte der EHC den Turnaround und kam dank Treffern von Voegelin und Jordan Pfennich zum Ausgleich. Nach 60 Minuten und packender Schlussphase stand es 2:2 unentschieden. Somit wurde eine fünfminütige Verlängerung fällig.

In der stimmungsvollen Overtime begingen die Bellinzonesi einen entscheidenden und für sie folgenschweren Fehler: Nach einem Foul wurde ihnen eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Statt mit drei gegen drei mussten die Männer aus der Sonnenstube fortan mit drei gegen vier Feldspielern agieren. In diesem Powerplay-Zeitfenster gelang Basels Teamleader Voegelin das viel bejubelte 3:2 für die Farben des EHC Basel KLH. Dieses Tor, ein glückliches, erzwungenes Goal, ist Gold wert.

Man muss es klar sehen: Dieser einzelne Treffer hat letzten Endes über Sein oder Nichtsein des EHC entschieden. Er war der versöhnliche Abschluss einer Saison, in der es für das Basler Hockey-Traditionsteam lange Zeit nicht gut ausgesehen hatte.

Auf und Ab

Nach dem Saisonstart musste sich der neu formierte EHC mit den an sich starken Zuzügen Jordan Pfennich, Niccolo Mombelli, Thimotée Tuffet, Flavio Cola und später Joël Fröhlicher zuerst einmal finden. Die Punktejagd gestaltete sich eher mühsam. Einige Spiele gingen knapp verloren. Den Tiefpunkt bildete die 0:8-Auswärtsniederlage gegen Wiki-Münsingen. So wurde noch vor Weihnachten ein Trainerwechsel fällig.

Die Basler lösten diese Personalfrage auf eine gute Art. Der bisherige Chefcoach Reto Waldmeier wechselte wieder zurück in die Juniorenarbeit und wird diese Aufgabe auch in der nächsten Saison erfüllen. Neuer Chefcoach wurde Reto Gertschen. Ein Mann, der aus dem Fussball kommt und mit sämtlichen Trainerdiplomen im Eishockey ausgestattet ist.

Guter Endspurt

Wochenlang turnte der EHC in der Tabelle auf hinteren Plätzen herum, aber im Januar begann es dann richtig einzuhängen. Wichtig waren in dieser Phase sicher die Erfolge gegen Unterseen/Interlaken und Thun.

Doch erst gegen Bellinzona konnte man nun den Sack zumachen. Nach der Niederlage in Brandis am Samstag steht jetzt am Dienstag das letzte Heimspiel vor den Playoffs an. Gegner ist Wiki-Münsingen (St. Jakob Arena, 20.15 Uhr).

Attraktive Gegner

In der neuen Swiss Regio League, welche den Oberbau zur bisherigen ersten Liga bilden wird und auch am Fernsehen präsent sein wird, finden zwölf ambitionierte Teams Platz. Mit dabei sind Dübendorf, Chur, Bülach und Seewen aus der Ostgruppe, Brandis, Thun, Wiki-Münsingen und Basel KLH aus der Zentralgruppe sowie Sion, Star Forward, Düdingen und Neuchâtel aus der Westgruppe. Besonders zugkräftig sind dabei der EHC Chur, welcher jahrelang in der NLA spielte, sowie der EHC Dübendorf, welcher 1983/84 bereits einmal mutig ans Tor der grossen NLA geklopft hatte und dannzumal seinem Rivalen Chur den Vortritt lassen musste.

Der genaue Austragungsmodus der Swiss Regio League ist noch zu definieren. Man spricht davon, dass nach regionalen Kriterien zwei Gruppen gebildet werden. Bei Wochentagsspielen sollen für die beteiligten Teams kürzere Reisen, am Wochenende jeweils längere Reisen angesetzt werden. Es wird eine einzige gemeinsame Tabelle geführt. Mittelfristiges Ziel der Basler in den nächsten fünf Jahren ist der Aufstieg in die National League B. Dann wird man auf dem Platz Basel wieder Profi-Hockey zu sehen bekommen, wie vor noch nicht allzulanger Zeit, als die guten bis hervorragenden EHC-Ausländer-Duos Greentree-Buck, Roy-Wright und Bergeron-Julien in der St. Jakob-Arena für Furore gesorgt hatten.