Das Gedränge im Mediencenter des St. Jakob-Parks ist auch schon grösser gewesen vor Champions-League-Spielen gegen einen englischen Spitzenklub. Vielleicht sind einige Berichterstatter ferngeblieben, weil sie nicht daran glauben, dass der FCB gegen Arsenal eine Chance auf ein gutes Ergebnis hat.

Möglicherweise sind sie nicht gekommen, weil es aus Sicht des FCB in dieser Partie «nur» noch darum geht, ob die Europacupsaison im Frühjahr in der Europa League eine Fortsetzung erfährt oder, wie letztmals 2010, nicht. Und vermutlich ist es so, dass das Spiel aus englischer Warte nicht besonders brisant ist, weil es im Fernduell mit Paris Saint-Germain «nur» darum geht, ob die Franzosen oder Arsenal als Gruppensieger in die Achtelfinals einziehen.

Natürlich ist für Urs Fischer das Wörtchen «nur» in beiden Fällen völlig fehl am Platz. Für den Trainer des FCB ist es wichtig, auch im Hinblick auf eine Vertragsverlängerung, dass er mit seiner Mannschaft europäisch überwintert. Auch wenn die Klubführung betont, das Kerngeschäft «Super League» habe Priorität und die Europa League sei ohnehin erst ab den Viertelfinals finanziell interessant.

Sporar fällt aus

Für Fischer steht ebenso ausser Zweifel, dass Arsenal nicht nach Basel gekommen ist, um sich mit einer B-Elf für die Aufgaben in der Premier League zu schonen, sondern in Bestbesetzung Rang 1 in der Champions-League-Gruppe anzustreben. «Wenn wir das nötige Wettkampfglück haben, nicht mehr solche Fehler wie am Samstag gegen YB machen und unser bestes Niveau abrufen, ist etwas möglich», sagt Fischer, der mit Ausnahme von Andraz Sporar alle für die Champions League gemeldeten Spieler zur Verfügung hat.

Auch Abwehrchef Marek Suchy denkt, es liege für die Basler etwas drin: «Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, haben wir eine Chance.» Der Tscheche räumt selbstkritisch ein, in den letzten Wochen ein paar Fehler mehr als üblich gemacht zu haben. «Darüber bin ich selber am meisten enttäuscht. Aber jetzt habe ich gegen Arsenal die Chance, es besser zu machen. Ich freue mich sehr auf dieses Spiel.»

Marek Suchy zeigt sich selbstkritisch.

Marek Suchy zeigt sich selbstkritisch.

Ja, er habe das 5:1 von Arsenal gegen West Ham gesehen, sagt Fischer, der Auftritt der Gunners sei unglaublich dynamisch und effizient gewesen. «Dennoch dürfen wir nicht zu grossen Respekt haben und müssen gewisse Risiken eingehen. Es wäre fahrlässig, gegen Arsenal auf ein 0:0 zu spielen.» Ein Unentschieden würde Basel für die Europa League reichen, wenn Ludogorets in Paris verliert.