Wer erwartet hätte, dass Urs Fischer nach dem 1:0-Sieg gegen GC zufrieden ist, sieht sich getäuscht. «Das war ein Arbeitssieg und das stört mich. Es bleibt ein fader Beigeschmack», sagt er. Gerne hätte der Coach schon vor der Pause das 2:0 und das 3:0 gesehen. Die Chancen waren da. Doch GC-Goalie Joël Mall hält, was aufs Tor kommt. Und plötzlich kommt der Gast aus Zürich gegen Ende der Partie doch noch zu Möglichkeiten. Der Ausgleich liegt in der Luft, doch er fällt nicht. Und so gewinnt Basel, einmal mehr, ist man geneigt zu sagen.

21-mal siegte der FCB diese Saison in 25 Spielen. 67 Punkte stehen zu Buche, drei mehr als Christian Gross in der Rekordsaison 03/04 zur gleichen Zeit mit seinem Team geholt hatte. Damals sprach man von einem «Rekord für die Ewigkeit». Jetzt wackelt er gehörig. Nur 18 Punkte fehlen dem FCB in dieser Saison noch, um gleichzuziehen. Dafür bleiben ihm elf Spiele. «Wir waren letztes Jahr auch schon auf Kurs und dann klappte es doch nicht», sagt Fischer.

Eigentlich interessiert ihn dieser Rekord gar nicht. Noch nicht. «Für mich ist immer der nächste Gegner wichtig. Bei unserem Vorsprung das Level immer hochzuhalten, den Fokus immer wieder zu finden, das ist Herausforderung genug», sagt er. Und: «Wenn am Schluss etwas für die Statistik übrig bleibt, umso schöner.»

Unerschütterliche Konsequenz

Fischer schafft es wie kein Zweiter, diese Einstellung seinem Team einzuimpfen. Der FC Basel hat gegen Gegner aus der unteren Tableauhälfte dreimal unentschieden gespielt. Meist nach einem Auftritt in der Champions League oder zuletzt nach dem so wichtigen Cup-Viertelfinal gegen den FC Zürich. Verloren aber hat er nur gegen «Verfolger» YB. Der Rest waren Siege. Manche knapp, manche glücklich, manche hart erkämpft. YB dagegen hat neben drei Unentschieden auch zwei Niederlagen gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte einstecken müssen.

Dieser Unterschied ist entscheidend. Er liegt zum einen an der Qualität des Teams, an der individuellen Klasse des FCB. Doch YB hat diese Saison eine annähernd ebenbürtige Mannschaft. Hier macht Fischer den Unterschied. Er versteht es, jeden Gegner grosszureden. Auch wusste er in den richtigen Momenten und im richtigen Mass zu rotieren.

Basel spielt noch einmal gegen alle, gegen YB und St. Gallen noch zweimal. Das Team wird mit grösster Wahrscheinlichkeit Punkte abgeben, aber der «Rekord für die Ewigkeit» wird fallen. Fischer ist die Garantie dafür. Und wenn er im Sommer gehen müsste, dann wenigstens mit einem gehörigen Ausrufezeichen.