Raphaël Wicky (39), der langjährige Nationalspieler, ist Trainer der U21-Equipe des FC Basel. Und wird es auch garantiert bleiben, ist man versucht zu sagen, denn der Walliser gilt – zumindest im engsten Zirkel des rot-blauen Nachwuchses – als Mann der Zukunft.

Einige Media spekulieren sogar, dass im Sommer 2017, wenn es wohl einen Nachfolger von (Noch-)Cheftrainer Urs Fischer zu bestimmen gilt, der Name «Wicky» in Betracht gezogen wird.

Neuer Trainer der ersten Mannschaft des FC Basel? Der U21-Trainer Raphael Wicky während dem Training.

Neuer Trainer der ersten Mannschaft des FC Basel? Der U21-Trainer Raphael Wicky während dem Training.

Der Stadtrivale und Ligakonkurrent BSC Old Boys hat sich auf Ende der Vorrunde von sei­nem Cheftrainer Samir Tabakovic (49) «getrennt». Korrekter ist aber, dass der Mann aus Bosnien-Herzegowina selber um die Auflösung seines Vertrages bat.

Denn Tabakovic, wie­wohl mit einer langjährigen Profikarriere (unter anderem Sloboda Tuzla, FC Basel und Waldhof Mannheim) ausgestattet, hatte neben dem Fussball auch noch einen «gewöhnlichen» Job. «Acht bis neun Stunden als Lagerist und anschliessend zwei bis drei Stunden auf dem Sportplatz zerren an der Substanz», so der ehemalige FCB-Innenverteidiger. Und dies täglich notabene. Diese Be­lastung gehe an die Gesundheit und tangiere das Familienleben, soll Tabakovic öfters im engsten Freundeskreis verlautet haben.

In einer Pressemitteilung des Klubs hiesst es, dass «der BSC Old Boys für den Trainerjob der 1. Mannschaft die Wunschlösung gefunden hat. Aziz Sayi­lir heisst der neue Mann». Der gebürtige Türke kennt den Verein bes­tens, ist sozusagen ein Eigengewächs.

Doch Insidern der regionalen Fussballszene ist ebenso bekannt, dass der Wunschnachfolger für Tabakovic ein «grosser Name aus Deutschland» gewesen wäre, der sich aber nicht realisieren liess. Primär aus finanziellen Gründen.

Fimian lehnte ab

In der 1. Liga ist der FC Black Stars der einzige regionale Vertreter. Auch auf dem Buschweilerhof wird ab dem 12. Januar ein neuer Mann als Übungsleiter das Sagen haben. Auf André Fimian folgt Dariusz Skrzypczak (49), ein siebenfacher polnischer Inter­nationaler, der dem FC Aarau einst neun Jahre (1994 bis 2003) die Treue  gehalten hatte.

Fi­mian, dem Black-Stars-Sportchef Peter Faé anerbot, weiterhin für die Schwarz-Sterne tä­tig zu sein, hat das Angebot abgelehnt. Gut möglich, dass der frühere Nationalliga-Stürmer und Alt-Inter­nationale des FC Wangen bei Olten anheuert, das in der 1. Liga (Gruppe 2) um den Ligaerhalt kämpft. Einer der Rivalen in der Rückrunde würde «Blägg» sein.

Auch der FC Black Stars geht mit einem neuen Trainer in die Rückrunde.

Auch der FC Black Stars geht mit einem neuen Trainer in die Rückrunde.

In der 2. Liga interregional sind gleich sieben Vereine aus der Nordwestschweiz beschäf­tigt. Der FC Allschwil, SC Binningen, SC Dornach, SV Muttenz und die AS Timau spielen alle in der Gruppe 3, während der FC Liestal und NK Pajde Möhlin in der Gruppe 5 einge­teilt sind.

Keinen Trainerwechsel vorgenommen haben Allschwil (Sohail Bamassy) und Binningen (Alain Roussel), während Muttenz sich noch vor Ende der Vorrunde abrupt von Sandro Kamber trennte. Aber auch der Aufsteiger AS Timau hat sich von Trainer Ergün Er­cedogan getrennt (oder er vom Klub), wiewohl die Italo-Basler eine hervorragende Vorrunde spielten und als Neuling Rang 2, nur zwei Zähler hinter Leader Allschwil, belegen.

Neuer Trainer bei Timau ist Davide Quaranta, der seinerzeit in der Vorrunde Assistenztrainer auf dem «Buschwilerhof» beim FC Black Stars, unter Fimian, gewesen war. Dort jedoch wird Skrzypczak sein Personal selber mitbringen.

Ambitionierter Trainer bei Dornach

Und nun kommunizierte der SC Dornach auf seiner Homepage am Tag vor Silvester, dass «der bisherige Trainer Stefan Krähenbühl und sein Assistent Yves Kellerhals den SC Dor­nach auf eigenen Wunsch per sofort verlassen. Die sportliche Führung wird nun einen Nachfolger bestimmen, welcher die Mannschaft ab dem 16. Januar, für die Vorbereitung auf die Rückrunde, übernimmt.»

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Stefan Krähenbühl ein sehr ambitionierter Trainer ist. Er, einst ein laufstarker Mittelfeldakteur mit Abschlussqualitäten, war kein Filigrantechniker, aber ein Spieler, der Fussball kämpfte und vorlebte.

Mit 19 Punkten, zehn Punkte hinter Leader Allschwil, und Rang 7, befindet sicht der SCD im Niemandsland. Nach vorne ist der Zug abgefahren, gegen hinten besteht wenig Gefahr. Und während ein Teil der Dor­nach-Verantwortlichen glaubt, dass die interregionale 2. Liga die richtige Spielklasse für die Gelb-Schwarzen ist, gibt es Leute, die sich nach einer Rückkehr in die 1. Liga sehnen.

Darunter war wohl der Technikerstab, der aber ebenso klar zum Ausdruck brachte, dass mit dem aktuellen Personal eine Promotion absolute Utopie sei. Und dass in Reihen der Dornecker einige konfliktive Akteure gibt, ist in der Szene bekannt.

Assistent Marco Burtschi wird in Liestal (rot) das Sagen haben.

Assistent Marco Burtschi wird in Liestal (rot) das Sagen haben.

In Liestal musste Trainer Mario Ritter, aus beruflichen und privaten Gründen Ende August 2016 kürzer treten. Deshalb übernahm Marco Burtschi, bis dahin Ritters Assistent, mit Unterstüztung von Coach Ralf Tillessen und Captain Marco Weisskopf für drei Wochen die Verantwortung trägt. Ritter kehrte danach «im Sinne der Vereinsleitung und der Mannschaft» zurück, wie der Klub mitteilt, und führte den FC Liestal mit Burtschi und Tillessen im Staff bis in die Winterpause. Das Trio steht auch in der Rückrunde an der Seitenlinie.

Keine Veränderung hat es im Fricktal bei Pajde gegeben, dort führt der in Zürich wohnhafte Ivan Barisic die spielstar­ke Mannschaft an, während Luka Rakitic, der Vater von Barcelona-Spieler Ivan, als Präsi­dent fungiert. Assistenztrainer und Kenner der regionalen Szene ist Trainerassistent Dejan Rakitic, der ältere Bruder von Barça-Akteur Ivan.

Kurzum: Von den zehn Regio-Klubs der dritten, vierten und fünften Spielklasse haben de­ren sechs Vereine den Trainer gewechselt. Nur vier Mannschaften gehen mit dem gleichen Übungsleiter in die Rückrunde, deren Vorbereitung in den nächsten Tagen beginnen wird.