Der Konjunktiv ist im Fussball ein schlechter Begleiter. Doch die FCB-Frauen dürfen, trotz der «logischen» Finalniederlage, durchaus mit dem Schicksal hadern, denn Rot-Blau war der Schweizer Übermannschaft lange Zeit in den Spielanteilen ebenbürtig, an Torchancen sogar überlegen.

Schon nach 81 Sekunden zwang Chantal Fimian mit einem 18-Meter-Gewaltsschuss die FCZ-Hüterin Stenia Michel zu einer Glanzparade. Diese lenkte den Schuss spektakulär über die Latte. Die grösste Tormöglichkeit hatte Eseosa Aigbogun nach 23 Minuten, als sie von Sandra Kälin herrlich lanciert wurde und alleine aufs Zürcher Gehäuse zulaufen konnte. Doch die FCB-Stürmerin zögerte und verhedderte sich, als sie abschliessen wollte.

Mit Kopfbällen in Führung

Wie man es besser macht, zeigte Zürich wenig später. Inka Grings, liess nach einem Eckball Danique Stein mit einer Finte ins Leere laufen, flankte präzis zur Mitte, wo Fabienne Humm mittels Kopfball ihre Mannschaft in Führung brachte. Und kurz vor der Pause war es Grings, die eine lang gezogene Flanke von Nicole Remund mit einem Kopfball ins Netz setzte. Etwelche Basler Hoffnungen, die Partie in den zweiten 45 Minuten zu kehren, hatten nach 52 Minuten ein abruptes Ende. Grings schoss aus 25 Metern und FCB-Goalie Sina Autino half, milde gesagt, tüchtig mit, dass der harmlose Schuss «irgendwie» den Weg ins Netz fand. Und weil wenig später Manuela Zürcher eine Zürcher Kombination herrlich zum 4:0 abschloss, war «der Mist nun endgültig geführt», wie ein FCB-Anhänger desillusioniert meinte.

Applaus für Inka Grings

Der fünfte Verlusttreffer war erneut ein Kopfballtor – Marina Keller nickte eine Freistossflanke von FCZ-Captain Selina Zumbühl aus wenigen Metern ins Tor ein. Eine Viertelstunde vor Abpfiff durfte Grings ihr Tageswerk beenden. Und alle Zuschauer, ob FCZ- oder FCB-Anhänger, spendeten der Deutschen, durchaus eine Ikone des Frauenfussballes, einen herzlichen, warmen Applaus. Etwas, das im Männerfussball nie der Fall ist, dass beide Fanlager einem Akteur applaudieren.

Es fehlt an Erfahrung

«Das Resultat ist einfach brutal. Der FCZ war niemals um fünf Tore besser. Die ersten 25 Minuten haben wir gezeigt, was wir können», meinte FCB-Verteidigerin Danique Stein. Auch Basel-Trainer Beat Naldi wählte ähnliche Worte. «Zürich ist reifer und viel abgeklärter. Bei ihnen wissen alle Spielerinnen, wie man Endspiele gewinnt. Diese Erfahrung geht uns ab. Schade, dass uns das mögliche Führungstor nicht gelungen ist. Dann hätte der FC Zürich reagieren müssen und wir hätten kontern können. Nach der Pause wollten wir nochmals alles versuchen und das Anschlusstor erzielen. Mit dem dritten Gegentreffer, der nicht zwingend war, war der Final entschieden», so Naldi.

«Anders vorgestellt»

In der Tat widerspiegelt das Resultat nicht das Stärkeverhältnis zwischen den beiden Teams. Aber am Erfolg der Zürcherinnen gibt es nichts zu rütteln. Das sah auch Basel-Keeperin Autino. «Tja, was soll man nach einem 0:5 überhaupt sagen. Ich hatte es mir schon anders vorgestellt», so die Fricktalerin, die aber mit ihren 20 Jahren den FCB-Frauen über die gesamte Spielzeit 2012/13 ein starker Rückhalt gewesen ist.