Als viele Zuschauer nach der Pause noch ihre Plätze suchten, fiel schon wieder ein Tor. Die Leute hätten sich gar nicht mehr hinsetzen müssen, sondern heimgehen können. Denn es war das 0:3. Und es irrten immer noch welche umher, da stand es bereits 0:4.

Die Gäste aus London waren mit einer Leichtigkeit zu ihren Toren gekommen, dass man sich fragte, für welche der beiden Mannschaften es denn eigentlich um etwas ging. Für Arsenal, das die Achtelfinal-Qualifikation bereits auf sicher hatte? Oder für den FC Basel, der gegen das erstmalige Verpassen der internationalen K.o-Phase seit 2009 kämpfte?

Die Londoner spielten nicht so druckvoll und zielstrebig, wie sie das noch im Hinspiel getan und den FCB schon damals vor unlösbare Probleme gestellt hatten. Nein, Arsenal besann sich auf schöne Ballstafetten und darauf, ohne Verletzung im Gepäck wieder heimzureisen. Doch das reichte gegen diese Basler, die erneut enttäuschten. Die den Druck, nicht ausscheiden zu dürfen, mit auf den Platz nahmen und teils fürchterliche Fehler begingen. Und die die Einladungen zu Torchancen, die ihnen die Londoner machten, fast schon schnöde ausschlugen. Eine davon kam von Rückkehrer Granit Xhaka, der ansonsten eine solide Vorstellung im Arsenal-Mittelfeld zeigte.

Basel – Arsenal, 6.12.2016 – alle Goals und Highlights

Zurück zum FCB: Die Fehler offenbarten die Verunsicherung, die sich in diesen Wochen vom Stürmer bis zum Goalie zieht. Gestern begann es mit der Kombination aus dem Stellungsfehler von Abwehrchef Suchy und dem Luftloch von Nebenmann Balanta, die zum 0:1 durch Perez führte. Dass dessen Gegenspieler Traoré irgendwo, nur nicht bei Perez stand, passte dazu. Ähnlich das Bild vor dem 0:2, dem der Schönheitsfehler anhängt, dass der Torschütze – wieder Perez – im Abseits stand.

Das 0:3 besorgte erneut Perez. Der Spanier nutzte seine Freiheiten für die ersten drei Champions-League-Tore der Karriere. Das 0:4 war dann eine Sache für Iwobi, nach wunderbarer Vorarbeit von Mesut Özil, dem Deutschen, der eindrucksvoll zeigte, warum ihn sein Nationaltrainer Jogi Löw kürzlich als den «besten Özil aller Zeiten» bezeichnete.

Der FCB im Niemandsland

In diesem Moment war das Ausscheiden natürlich längst beschlossene Sache. Und der Druck weg von den Schultern der FCB-Profis. Plötzlich spielten sie befreit auf und kamen zum Ehrentreffer durch Doumbia. Der Ivorer traf für den FCB also doch noch in der Champions League, immerhin diese kleine Scharte in einem verkorksten Europacup-Herbst ist ausgewetzt.

Ein sehr schwacher Trost für all jene, die vor dem gestrigen Abend auf eine weitere magische Nacht gegen einen englischen Grossklub hofften. Aber davon war der FCB in etwas weit entfernt wie von einem ernsthaften Konkurrenzkampf in der heimischen Super League. Im Niemandsland. Immerhin: Die Horrorshow «Champions League» hatte gestern ein Ende.

Das Schlimmste wäre für Präsident Bernhard Heusler gewesen, wenn es für den FCB gegen Arsenal vor 36 000 Zuschauern um nichts mehr gegangen wäre. «Warum nicht eine magische Nacht am Samichlaustag», fragte Heusler. Dem Präsidenten muss es gestern besonders wehgetan haben, einem FCB zuzusehen, der spielte, als wäre es für ihn tatsächlich um nichts mehr gegangen.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: