Genau 25 Tage nach dem wichtigen 1:0-Sieg zum Vorrundenabschluss gegen St.Gallen legt der FC Basel wieder los. Als Cheftrainer Urs Fischer am Mittwochmorgen bei gefühlten Minus 10 Grad seine Mannschaft zum ersten Training im Jahr 2017 bittet, stehen nicht alle 27 Kaderspieler auf dem Platz:

Goalie Tomas Vaclik liess sich zwar in der Garderobe blicken, verzichtete danach aber auf das Training draussen in der klirrenden Kälte - stattdessen absolvierte der leicht angeschlagene Tscheche ein Einzelprogramm im Kraftraum.

Nicht mit Fussball, dafür mit Drill und Disziplin beginnt das Jahr für Renato Steffen: Er absolviert derzeit den Militär-WK in Magglingen.

Die Reise ins Trainingslager (Abreise 11. Januar) kann er aber mitmachen, die knapp zwei Wochen unter der Sonne Südspaniens gelten als Diensttage.

Schliesslich muss der FCB bis auf Weiteres auf die Ivorer Geoffroy Serey Dié und Adama Traoré sowie den Ägypter Omar Gaber verzichten, die sich mit ihren Nationalmannschaften auf den Afrika Cup (14. Januar bis 5. Februar) vorbereiten.

Aktuell im Mannschaftstraining dabei, aber nicht mehr lange ist Blas Riveros: Er fliegt am Wochenende in seine Heimat Paraguay und von dort weiter nach Uruguay, wo die U20-Südamerikameisterschaft stattfindet. 

Eingepackte Nordlichter

Apropos Riveros: Der 18-jährige Hoffungsträger für die linke Abwehrseite ist einer von nur zwei Spielern, die in der klirrenden Kälte mit kurzen Hosen trainieren. Der andere ist Matias Delgado, ebenfalls Südamerikaner.

Ganz anders die Nordlichter Bjarnason, Fransson und Hoegh, die sich die Kälte eigentlich seit Kindesbeinen gewohnt sein müssten, aber dick eingepackt die erste Einheit hinter sich brachten.

Matias Delgado zu seinem "Marco-Walker-Gedächtnis-Look" (kurze Hosen!): "Ganz einfach: Ich kann nicht mit langen Hosen Fussball spielen, die stören einfach. Wenn ich genug renne, geht es auch mit der Kälte."

Delgado: "Mache mir keinen Druck"

Dennoch hatte der Captain zu Beissen - schliesslich verbrachte er die Festtage bei 30 Grad in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. "Es tat gut, abzuschalten, Freunde und Familienmitglieder zu treffen und einfach mal nicht an Fussball zu denken."

An welche Dinge er sonst dachte? Etwa daran, wie es mit ihm im Sommer weitergeht? Schliesslich läuft Delgados Vertrag aus, die Fans und die FCB-Führung wünschen sich, dass der smarte Argentinier noch eine Saison dranhängt. Der aber weicht aus: "Ganz ehrlich, ich habe mir noch keine Gedanken gemacht. Irgendwann werde ich das, und irgendwann wird es eine Entscheidung geben." Wann, das lässt er offen.

"Ich mache mir keinen Druck, ich bin in einer komfortablen Situation. Es geht nicht um die Frage, ob ich beim FCB verlängere oder anderswo hingehe. Es geht nur darum, ob ich weiter Fussball spielen will."  

Dass er das immer noch sehr gut kann, hat er im Herbst bewiesen. Und auch als Führungsspieler und Aushängeschild ist Delgado von grossem Wert für den FCB. "Ich fühle mich jedenfalls sehr glücklich hier in Basel - als Mensch und als Fussballer", so Delgado.

Das tönt jedenfalls ganz anders als noch im Herbst, als er zugab, dass ihm manchmal der Spass fehle im Fussball.

Klar ist: Delgado wird seine Entscheidung auch davon abhängig machen, wie es beim FCB mit Trainer Urs Fischer weitergeht.

"Was er macht und sagt, hat einen Einfluss, ist auch für mich wichtig. Wir werden sehen", so Delgado, bevor er unter die warme Dusche stieg.