«Der Alltag hat uns wieder. Wir sind wieder bei der Arbeit. Die Erinnerungen erfüllen uns aber noch voll und ganz.» Zufrieden und stolz über das Geleistete sitzt Franz Ruckli am frühen Mittwochabend in seinem Laufenburger Büro. Der Herznacher ist vor wenigen Tagen mit Sohn Rafael und Ehefrau Barbara von einer ganz speziellen Reise heimgekehrt. Er hat ein ausgedientes Tanklöschfahrzeug (TLF) der Aarauer Feuerwehr von Eiken nach Balauseri in Rumänien gebracht (siehe az, 5. April).

Am Gründonnerstag, morgens um 9 Uhr, starteten Franz Ruckli und Sohn Rafael in dem nach Sohnemann benannten TLF die 1500 Kilometer lange Fahrt in Eiken. Zügig fuhr das Vater-Sohn-Gespann mit dem grossen roten Fahrzeug zuerst Richtung Wien. «140 Euro habe ich für die Autobahn-Maut zahlen müssen», macht Ruckli deutlich, dass sein Hilfsengagement für Rumänien nicht nur Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt, sondern auch immer wieder mit Kosten verbunden ist. Ohne Zwischenfälle – das TLF ist laut Ruckli gefahren wie ein «Örgeli» – wurde inklusive mehrerer Tank- und Verpflegungsstopps bis zur ungarischen Grenze durchgefahren.

Grosse Unterstützung

In den frühen Morgenstunden des Karfreitags kam auch Ehefrau Barbara mit einem befreundeten Paar nach. Sie waren dem TLF mit dem Privatauto gefolgt. «Ohne meine Frau, die für mein Engagement viel Verständnis und Einsatz leistet, wäre das ganze Vorhaben gar nicht machbar gewesen», sagt Franz Ruckli. Als sehr eindrücklich empfand Ruckli die Weiterfahrt auf den ungarischen Autobahnen.

Franz Rucklis Reise nach Rumänien

Franz Rucklis Reise nach Rumänien

Diese seien in einem top Zustand, die Landschaft überzeuge durch ihre Schönheit. Mit dem Überqueren der ungarisch-rumänischen Grenze änderten die Strassenverhältnisse dann aber drastisch. «Der Zustand der Strassen ist katastrophal, entsprechend langsamer wurde dann auch unsere Fahrt», erklärt Ruckli und erwähnt im Gleichzug, wie problemlos alle Grenzabfertigungen über die Bühne gegangen seien. Obwohl mitten in der Nacht, wurde die TLF-Ankunft im rumänischen Balauseri mit einem kleinen Menschenauflauf erwartet. Die Freude über das so grosse Geschenk durften Franz Ruckli und seine Begleiter in den kommenden Tagen vielfach erleben. Das Aarauer TLF brachte die hiesige Feuerwehr immer wieder zum Staunen. So gross, so modern.

Dass die Feuerwehrmitglieder nicht gewohnt sind, mit einem solch grossen Tanklöschfahrzeug zu arbeiten, zeigte sich, als bei der Instruktion der Wasserschlauch in Betrieb genommen wurde. Der ungewohnt hohe Druck liess den Feuerwehrmann zu Boden gehen.

Herzliche Gastfreundschaft

Gross war auch die Freude von Feuerwehr und Behörde über das viele zusätzliche Feuerwehrmaterial, dass Ruckli mitgebracht hatte. Zwei Stunden brauchte es, bis die Handspritzen, Uniformen und vieles mehr ausgeladen und verstaut waren.

Ruckli hat in Rumänien eine herzliche Gastfreundschaft erlebt. Sein grosser Einsatz hat sich gelohnt, ist er überzeugt. Das Aarauer TLF wird in der 5000-Seelen-Gemeinde Balauseri wichtige Dienste leisten. Der Aargauer hat mit seinem Engagement geholfen, die herrschende Armut ein wenig zu «löschen». Bereits formen sich in seinem Kopf nächste Ideen, wie er den rumänischen Freunden auch künftig helfen kann.