Er wird von der Aargauer und der Solothurner Regierung und den in den beiden Kantonen ansässigen Medienunternehmen getragen, Ziel ist die Anerkennung und Förderung journalistischer Qualität in der regionalen Berichterstattung. Durch solche zeichnen sich Beiträge von gleich vier Preisträgern aus, die für die AZ Medien arbeiten, wie die Fachjury unter dem Präsidium des ehemaligen Fernsehdirektors Peter Schellenberg befand.

az-Redaktorin Sabine Kuster ausgezeichnet

In der Kategorie Print wurde az-Redaktorin Sabine Kuster ausgezeichnet. Für ihre Artikelserie «Armut im Aargau» erhielt sie unlängst bereits den Schweizer Preis für Lokaljournalismus der Fondation Reinhardt von Graffenried, eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Schweizer Medienbranche. Sabine Kuster begleitete ein ganzes Jahr hindurch eine Sozialhilfebezügerin mit ihren drei Kindern und zeichnete ihre Sorgen, Freude und Nöte auf.

Die Entscheidung, welcher der 26 eingereichten Beiträge ausgezeichnet werden soll, sei schnell klar gewesen, so Jury-Mitglied Benjamin Geiger. Sabine Kuster habe das Phänomen der Armut in einem reichen Land facettenreich erfasst und den Lesern begreiflich gemacht.

Ebenfalls bereits mit dem Schweizer Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet worden war der Sieger in der Kategorie TV: Die Tele-M1-Reporter Matthias Achermann und Bähram Alagheband gewinnen den Medienpreis Aargau/Solothurn für ihre Reportage über Sicherheitsmängel am eidgenössischen Schützenfest in Aarau. Mit der versteckten Kamera filmten sie, wie einfach und ohne Kontrolle man am Schützenfest hätte Armeewaffen und Munition stehlen können. «Eine sagenhafte Geschichte, gut recherchiert, mit transparent und fair präsentierten Ergebnissen», so Toni Zwyssig von der Jury.

Damals erstmals ausgeschrieben, wurde der Preis in der Kategorie Foto letztes Jahr nicht vergeben, weil die Eingaben die Jury nicht vollends zu überzeugen vermochten. Bewertet worden waren Arbeiten, die im Jahr 2009 erschienen sind. Ganz anders dieses Jahr. Im Januar 2010 nahm Chris Iseli seine Tätigkeit als Fotograf bei der az auf und lieferte mit seiner Porträtaufnahme von GC-Talent Izet Hajrovic eine Arbeit ab, die «technisch-formal und sowohl durch die Nähe zum Thema wie durch die Inszenierung überzeugt», wie Nicole Aeby in ihrer Laudatio festhielt.

Das Gewinnerbild von az-Fotograf Chris Iseli

Das Gewinnerbild von az-Fotograf Chris Iseli

Chris Iseli: Kreative Umsetzungen

Chris Iseli überrascht und überzeugt die Leserschaft immer wieder mit kreativen bildlichen Umsetzungen des regionalen Geschehens. Mit Hansruedi Aeschbacher vom Oltner Tagblatt gibt es dieses Jahr gleich einen zweiten Preisträger in der Kategorie Foto. Aeschbacher überzeugte die Fachjury mit einer Bilderserie, die als fotografische Neujahrsgrüsse an die Leserschaft veröffentlicht wurde. «Ein solider Beobachter des lokalen Geschehens», so die Jury über die Arbeit von Hansruedi Aeschbacher.

In der Kategorie Radio ausgezeichnet wurde Ralf Stutzki von Kanal K für den Beitrag «Du bist Radio Jubiläum». In der Serie «Du bist Radio» lässt Kanal K die Menschen selber Radio machen. Mit der Auszeichnung wurden sowohl das Konzept der Sendereihe an sich wie der spezielle, als eine Art «the making of» daherkommende Jubiläumsbeitrag gewürdigt, laut Vinzenz Wyss und Karin Müller.

Thomas Müller, Präsident des Vereins Medienpreis Aargau/Solothurn, gab an der Preisverleihung bekannt, dass man sich darüber Gedanken macht, den Medienpreis noch breiter zu fassen. Einerseits sind Überlegungen für eine weitere Preiskategorie «Online» im Gang, anderseits dazu, den Wettbewerb durch den Einbezug beider Basel zu einem Medienpreis Nordwestschweiz auszubauen.