Noch zweimal schlafen, dann beginnt die Badenfahrt – die Vorfreude auf das grosse Fest ist in der ganzen Stadt spürbar. Kleiner Wermutstropfen: Es kam bereits zu einigen Vandalenakten. Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei, bestätigt auf Anfrage: «Eine der beiden Holzbauten auf der Hochbrücke wurde mit Farbsprayereien verunstaltet. Inzwischen sind die Schmierereien wieder weggeschliffen worden. Und im Kurpark sind leider technische Geräte geklaut worden.»

«Bewachung dringend notwendig»

Bei den Beizenbetreibern sind die Vandalenakte seit Anfang Woche ein Thema. «In unserer Beiz wurde leider schon in einer der ersten Nächte, vom Freitag auf den Samstag, Leuchten und Beschriftungen abgerissen», berichtet Stefan Klein von der Festbeiz «Sinneswandel» auf dem Theaterplatz. Er will nun einen Sicherheitsdienst für die Zusatzbewachung des Theaterplatzes aufbieten.

In einer Mail bittet er die restlichen Vereine, die auf dem Theaterplatz angesiedelt sind, um Mithilfe. «Unsere Idee wäre es, die Sicherheit auf dem Theaterplatz während der Nacht durch zusätzliche Kontrollgänge zu erhöhen.» Leider sei dies aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Nächten dringend notwendig.

Die vier Vereine, die unter den Bögen der Hochbrücke je eine Beiz betreiben, hatten ursprünglich vor, erst während der Badenfahrt einen Sicherheitsdienst patrouillieren zu lassen. «Als wir hörten, dass es an anderen Orten Beschädigungen gab, haben wir bereits für die Zeit der Aufbauarbeiten eine Nachtwache aufgeboten», sagt Dano Dreyer von der «Nachtbrise». Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kontrolliert seit einer Woche jede Nacht das Areal unter der Hochbrücke, zusammen mit einem Hund.

«Ausserdem sperren wir die Zugänge jede Nacht mit Gitter ab, und wir beleuchten die Bögen grell aus, um Vandalen abzuschrecken.» Es habe sich für die vier Vereine bereits ausbezahlt, ein Sicherheitsteam engagiert zu haben, erzählt Dreyer: «Bisher gab es jede Nacht Zwischenfälle beziehungsweise ungebetene Gäste, die am Gitter rüttelten oder auf sonst eine Art zu unseren Beizen gelangen wollten. Alleine in der Nacht auf Sonntag gab es einige Zwischenfälle.»

«Augen offen halten»

Adi Hirzel, OK-Präsident der Badenfahrt, bezeichnet die Vandalen-Fälle als «total daneben». Polizei und Sicherheitsdienste seien bereits jetzt präsent und jede Nacht unterwegs, aber sie könnten nicht permanent jede Beiz kontrollieren. «Darum begrüssen wir es, dass die Vereine selber auch noch zusätzliches Sicherheitspersonal aufbieten. Wir bitten alle, denen die Badenfahrt am Herzen liegt, die Augen offen zu halten und wachsam zu sein. Ich bin überzeugt, dass die soziale Kontrolle während der zehn Badenfahrt-Tage sehr gut funktionieren wird, so wie immer in der Vergangenheit», sagt Hirzel.

Für die Sicherheit an der Badenfahrt ist die Stadtpolizei zuständig, sie wird von der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal unterstützt. In erster Linie kümmert sich das Korps um Fälle von Kleinkriminalität wie Diebstähle, Streitigkeiten und Scharmützel. Bei einem Grossereignis würde die Kantonspolizei den Lead übernehmen. Von den täglich rund 100 000 Gästen könnten nicht alle kontrolliert werden, heisst es vonseiten der Stadtpolizei. «Doch wir werden Präsenz markieren und Personenkontrollen durchführen.»