Unter dem Stichwort «Gemüse-Abo» findet man im Internet zahlreiche Angebote von Bauernhöfen, die ihren Kunden entweder regelmässig frisches Gemüse nach Hause liefern oder ein Selbsternte-Feld anbieten.

Der Geisshof in Gebenstorf zum Beispiel versorgt Mitglieder seiner Gemüsegenossenschaft «biocò» regelmässig mit frischem Gemüse, wenn diese dafür mindestens sechs Halbtage pro Jahr beim Säen, Jäten oder Ernten mit anpacken (az vom 16. 6.).

30 Prozent günstiger als im Laden

Seit letztem Jahr gibt es auf dem Rosenhof und auf dem Wilerhof in Spreitenbach ein ähnliches Angebot: Die beiden Bauernfamilien bieten gemeinsam ein Gemüse-Selbsternte-Abo an. Die Grundpauschale pro Saison beträgt 40 Franken.

Der Kunde bekommt eine Einführung, welches Gemüse wie geerntet werden muss und bezahlt anschliessend einen Kilopreis.

Das Gemüse vom Bauernhof ist dabei rund 30 Prozent günstiger als im Laden. Bei jedem Selbsternte-Einkauf werden pro Woche fünf Franken zurückerstattet. «Damit gewährleisten wir, dass die Kunden regelmässig zurückkommen», erklärt Heidi Weber vom Rosenhof.

«Wir brauchen mindestens 50 Kunden» 

Die Saison fängt Anfang August an und dauert bis zum ersten Frost. Letztes Jahr konnte bis Ende Oktober selber geerntet werden. Es war das Startjahr für einen neuen Betriebszweig. «Dieses Jahr brauchen wir mindestens 50 Kunden, damit es sich für uns lohnt», sagt die Bäuerin.

Sie ist allerdings zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. 30 bis 35 Gemüse-Abos sind bereits verkauft. «Für uns rentiert es, wenn wir Kunden haben, die mehrmals wiederkommen», erklärt ihr Mann Guido Weber. «Zu Beginn helfen wir und leiten die Kunden beim Gemüseernten an. Mit der Zeit ernten sie dann selbstständig und sind mit Freude dabei.»

Regionale Anliegen unterstützen

Rüebli, Zuckermais, Randen und Bohnen sind unter anderem bereits gesät. Guido Weber ist wichtig, im Rahmen der Agrarpolitik ein neues Element der Landschaftsqualität einzuführen.

In diesem Fall geht es konkret ums «Gärtnern mit der Bevölkerung». Landschaftsqualitätsbeiträge wurden vom Bundesamt für Landwirtschaft im Rahmen der Agrarpolitik 2014 bis 2017 für die «Erhaltung, Förderung und Weiterentwicklung attraktiver Landschaften» als neue Direktzahlungsart eingeführt. Dadurch sollen vor allem regionale Anliegen und landschaftliche Kulturwerte berücksichtigt werden.

Dieser Zustupf deckt die Unkosten der Bauernhöfe allerdings nicht ab. Ursprünglich war die Idee des Bundes, dass die Gemüse-Abonnenten auch beim Säen und Jäten mithelfen. «Ich habe allerdings festgestellt, dass meine Frau und ich zu zweit schneller sind, als wenn wir erst noch alles erklären müssen», sagt der Bauer.

Das Angebot besteht aus 18 Gemüsesorten. Das Feld ist drei mal pro Woche geöffnet. «Jede Woche verschicken wir SMS oder Mails an unsere Kunden und informieren darüber, was gerade erntereif ist», erklärt Heidi Weber. Beliebt sei das Selbsternte-Angebot bei Kindern.