Geht es nach dem Projektausschuss, sollen sich die vier Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) auf den Start der nächsten Amtsperiode am 1. Januar 2022 zusammenschliessen. Damit die neue Gemeinde im oberen Fricktal Realität werden kann, braucht es zuerst noch die Zustimmung der Stimmbevölkerung und des Grossen Rats zum Fusionsvertrag, der momentan ausgearbeitet wird.

Im letzten Sommer durfte die Bevölkerung von BEEH aus je vier Vorschlägen ein neues Gemeindewappen und einen übergeordneten Gemeindenamen aussuchen. Denn an den bisherigen Ortsbezeichnungen, Adressen und Postleitzahlen wird sich mit der Fusion nichts ändern. Das Rennen machte der zuvor von Bund und Kanton rechtlich geprüfte Gemeindename «Oberes Fricktal».

Die mögliche Fusionsgemeinde erstreckt sich entlang der Autobahn von Hornussen über Bözen nach Effingen und umfasst auch Elfingen (oben links). ZVG

Die mögliche Fusionsgemeinde erstreckt sich entlang der Autobahn von Hornussen über Bözen nach Effingen und umfasst auch Elfingen (oben links). ZVG

Weil diese Bezeichnung gemeinhin ein grösseres Gebiet umfasst als das der vier involvierten Gemeinden, gab es Kritik. Zuerst von den benachbarten Gemeinden und dem Planungsverband Fricktal Regio und kurz darauf vom Regierungsrat. Letzte Woche sind der BEEH-Projektausschuss und die beteiligte Arbeitsgruppe nochmals über die Bücher gegangen. Was dabei herausgekommen ist, erklärte Gemeindeammann Giovanni Carau am Freitagabend den zirka 20 Interessierten am vierten runden Tisch im ehemaligen Kindergarten in Elfingen.

«Oberes Fricktal ist gestrichen»

«Der Gemeindename Oberes Fricktal ist gestrichen», sagte Carau. Inzwischen seien auch weitere Vorschläge eingegangen. «Es war aber kein geeigneter dabei, der zuvor nicht auch schon diskutiert wurde.» Deshalb wurde entschieden, die Bevölkerungsumfrage mit den drei von der ersten Runde verbliebenen Gemeindenamen Anfang April zu wiederholen.

Zur Auswahl stehen: Rebthal, Unterberg und Böztal. Bei der Namensfindung wollte man keine bisherige Gemeinde ausschliessen, sondern geografisch oder geschichtlich einen – zumindest kleinen – gemeinsamen Nenner finden.

Der Name Rebthal nimmt Bezug auf den Rebbau und die landwirtschaftliche Prägung. Rebthal statt Rebtal wurde dem schöneren Schriftbild wegen gewählt. Unterberg weist auf einen geschichtlichen Zusammenhang der Gemeinden hin.

So wurden ab der Reformation bis ins 18. Jahrhundert alle Gemeinden unterhalb des Bözbergs als «Unter dem Berg» oder abgekürzt Unterberg bezeichnet. Böztal setze sich zusammen aus Bözberg und Fricktal und sei wie Oberes Fricktal ein geografisch verankerter Begriff, der zudem die gemeinsam gebildete Talschaft unterstreiche, hiess es im letzten August im Umfrage-Beschrieb.

Die Bevölkerung von BEEH wird gebeten, den Antworttalon bis zum 25. April abzugeben. Es sollte auch ein Feld haben für die, die keinen der drei Vorschläge wollen, sagte ein Elfinger. «Dann kommen wir in eine Endlosschlaufe», hielt Gemeindeammann Andreas Thommen von Effingen dagegen.

Carau ergänzte: «Ein Brimborium, wie die auf dem Bözberg hatten, wollen wir vermeiden.» Einig war man sich allerdings, dass das Zusammengehen der Dörfer zwei Generationen dauern kann. Uneinigkeit herrschte, ob die Stärkung oder die Auflösung der Ortsbürgergemeinde ein Stolperstein für die Annahme des Fusionsvertrags sein könnte.