Wenn Fiffi und Rex nur noch auf zwei Beinen gehen oder nichts mehr sehen, dann ist es oft vorbei mit dem schönen Hundeleben. Nicht so beim Verein für behinderte Hunde: Hier werden blinde, gehbehinderte und taube Hunde unterstützt. Jetzt findet am kommenden Sonntag der vierte «Handicap-Day» statt. Es ist das erste Mal, dass der Verein für behinderte Hunde die Veranstaltung im Brugger Schachen durchführt.

Der Anlass beginnt mit einem Brunch und Musik vom deutschen Liedermacher Nicolai Burchartz. Anschliessend kann ein Plauschparcours absolviert werden und zum ersten Mal findet ein Rolli-Rennen statt: Dort dürfen gelähmte Vierbeiner, die auf einen Hunde-Rollstuhl angewiesen sind, mit ihren Besitzern um die Wette rennen. «Ziel des Anlasses ist es den Hündelern und ihren Fellnasen einen informativen, spannenden und lustigen Tag zu bieten», sagt Susanne Karrer, Präsidentin des Vereins.

Allerdings soll der Anlass auch Nicht-Hündeler ansprechen und dabei die Öffentlichkeit aufklären. «Oft reagieren die Leute mit Unverständnis auf behinderte Hunde», sagt Karrer. Beim «Handicap-Day» würden Besucher sehen, dass Hunde mit einer Behinderung weiterhin ein erfülltes Leben führen können.

Zu wenig Unterstützung

Susanne Karrer ist selbst Besitzerin einer Rollstuhl-Hündin. «Wir haben den Verein 2015 gegründet, weil wir gemerkt haben, wie wenig Anlaufstellen und Unterstützung Halter von Handicap-Hunden in der Schweiz erhalten.»

Das Angebot hat einen Nerv getroffen, so nahmen am ersten «Handicap-Day» gleich 200 Leute teil. «Wir sprechen mit unserem Verein natürlich auch Besitzer von alten Hunden an», sagt Karrer und fügt an: «Oft verlieren die Tiere mit einem gewissen Alter das Augenlicht oder das Gehör und die Besitzer suchen Rat.» So werden auch am bevorstehenden «Handicap-Day» zwischen 200 und 300 Besucher erwartet.

Teilnehmergebühren werden am Anlass nicht erhoben und auch Hündeler mit gesunden Vierbeinern dürfen teilnehmen. Finanziert wird der Tag durch Sponsoren. Vor Ort gibt es zudem eine Tombola und es werden Spenden gesammelt. «Mit den Spenden unterstützen wir Besitzer von behinderten Hunden, die sich eine Operation oder Behandlung nicht leisten können», sagt Karrer. Auch Rollwagen für Hunde habt der Verein mit dem Geld schon bezahlt.

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Rollen statt humpeln: Tierpsychologin Sonja Tschudin aus Metzerlen SO vermietet und verkauft Rollatoren für Hunde und Katzen. Kritikern geht diese tierische Fürsorge zu weit. Doch wer so denkt, sollte einen Hund mit Handicap und Rollwagen kennenlernen, findet Tschudin. (März 2018)

Es stellt sich die Frage: Hat Tierliebe also keine Grenzen, sollte ein Vierbeiner um jeden Preis am Leben gehalten werden? «Ich persönlich finde, dass es Grenzen gibt», sagt Karrer. So können Hunde ohne funktionierende Hinterbeine zwar dank einem Rollstuhl noch lebensfroh über Felder und Wiesen flitzen: «Doch ein Hund sollte sich meiner Meinung nach bewegen können. Allerdings ist es ein sehr emotionales Thema und es gibt viele Besitzer, die ihre Tiere nicht gehen lassen können.»

4. «Handicap-Day», Sonntag, 12. Mai, 10 bis 17 Uhr, Schacheninsel Brugg.