Walter und Christine Sträuli hatten bei einer Hausräumung auch ein kleines Labor zu entsorgen. Doch es reute sie, die schmucken alten Laborgläser wegzuwerfen. Und da tauchte plötzlich eine verlockende Idee auf. Das Ehepaar beteiligt sich seit Jahren an der Adventsfenster-Aktion des Quartiervereins Oberburg. «Wir könnten doch mit diesen Gläsern etwas Spezielles gestalten – und die Werke anschliessend zugunsten der Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs an Interessierte verkaufen! Mit dem Erlös hoffen wir, eine Kuh, sozusagen unsere Quartierkuh, im Rahmen der az-Weihnachtsaktion zu spenden», so das Ehepaar.

Doch die Umsetzung erforderte viel Überlegungs- und Gestaltungsarbeit. Rund fünf Wochen lang wurde «gehirnt und gebastelt». Das Resultat entzückte die 40 Besucher bereits an der Fenstereröffnung am 13. Dezember. 16 mit Glaskunst bestückte Fenster sind am Anbau Buchenweg 3 entstanden und leuchten bis zum 29. Dezember allabendlich bis 22 Uhr.

Von lustig bis besinnlich

Kreativ sind die Laborgläser zu neuem Leben erweckt worden und zeigen sich, stimmungsvoll beleuchtet, in vielen Motiven – sei’s als Einzelfiguren, sei’s in einem Ensemble. Die einen sind filigran-lieblich, andere markig-imposant gestaltet, zum Teil auch mit einem Schuss Humor, so Samichläuse, Elefant Dumbo und Mickey Mouse, Seepferdchen, Piccolospiel.

«Wir wollten aber auch zeigen, dass wir nicht in einer friedlichen Zeit und Welt leben.» So finden sich in den 16 Fenstern auch besinnliche Themen, etwa ein Mensch, der sich an die Weltkugel festzuklammern versucht und abzurutschen droht, ein winziger Flüchtling neben einer riesigen leeren Flasche oder ein schussbereiter Panzer. «Wir sollten mehr Sorge zur Welt geben.» Die meisten Fenster regen zur eigenen Interpretation an.

Es ist ein eindrückliches gläsernes Kaleidoskop, das sich dem Betrachter zeigt. Bei der Fenstereröffnung hat Walter Sträuli auch über die Windischerin Margrit Fuchs und ihr Hilfswerk informiert – und über die Verkaufsabsicht.

Wer Interesse an einem Exponat hat, kann ein Preisangebot mit Adressangabe bis zum 4. Januar in den Briefkasten am Haus Buchenweg 3 einwerfen. «Wir wollen nicht möglichst hohe Preise erzielen, sondern Abnehmer finden, die Freude an einem Werk haben – und gleichzeitig ein gutes Werk für das Hilfswerk Margrit Fuchs tun», so Sträuli. Das Adventsfenster 13 soll also Glück und Freude bringen.