Wie kommt ein Vollblutkirchenmusiker, Chorleiter und Klavierlehrer ausgerechnet auf Peter Reber? «Ich war überrascht von den Texten mit tragfähiger Substanz und von der Qualität seiner Musik», sagt René Dublanc. Als Peter Reber mit Tochter Nina auf seiner Abschiedstournee 2011 in Suhr Halt machte, war er dabei. Nun zeichnet er für die Chorpartituren von 25 Liedern Peter Rebers verantwortlich, gesammelt in einem Buch.

Zwei Jahre nach dem Konzert in Suhr erinnert sich René Dublanc an Peter Reber. Für eine Serenade gilt es, ein Programm zusammenzustellen. Welche Stilrichtung passt für den von ihm geleiteten Kirchenchor zu den Operetten-Melodien des Seniorenchors? «Da sind mir die Peter-Reber-Lieder eingefallen», erzählt René Dublanc. Der Chorvorstand beisst an, doch die nächste Herausforderung lässt nicht auf sich warten: Gibt es Noten dieser Lieder, arrangiert für Chöre?

Anspruchsvolle Arrangements

Peter Reber habe ihm drei Arrangements geschickt, die andere schon geschrieben haben. Zuerst sei er «happy» gewesen, sagt Dublanc, doch bei genauerem Hinsehen stellt er fest: für Chöre nicht brauchbar. In den Augen eines Chorleiters mit Ansprüchen. Also versucht er es selber. «Ich habe die unteren Stimmen neu geschrieben und sie Peter Reber geschickt», sagt er. Kein Skandieren im gleichen Rhythmus, vielmehr verschränkte Stimmen. «Für Chöre etwas schwieriger», sagt er, aber interessanter. Auch fürs Publikum. Nach einigen Wochen kommt Rebers Reaktion, ja mehr noch: Ein erster Floh wird ins Ohr gesetzt. Die Nachfrage nach Arrangements für Chöre steige markant an.

René Dublanc erhält die Erlaubnis, sieben Lieder zu bearbeiten. Zu besagter Serenade ist Peter Reber nicht nur eingeladen; er kommt auch ins katholische Pfarreizentrum Schöftland, und beim Znacht wird die Sache konkret: «Wie wärs jetzt mit einem Chorbuch?»

Einen Monat später – im September 2013 – reist René Dublanc nach Bern, und die beiden Männer werden rätig: 25 Lieder sollen es sein, für gemischten Chor mit Klavier- und/oder Gitarrenbegleitung. Eins davon auch doppelchörig für einen Männer- und einen gemischten Chor.

«Ich habe drei Jahre intensiv daran gearbeitet», sagt René Dublanc. Seit einem Jahr ist das Buch auf dem Markt. Das Cover zeigt Peter Reber, aber auch Dublancs «Peter Reber Projektchor» in der Katholischen Kirche Schöftland. Im November 2015 bestehen die Bearbeitungen den von Reber organisierten Praxistest, und zwar im Saalbau Reinach. «Er hat das Programm dialogisch aufgebaut: abwechselnd Peter und Nina Reber und dann der Chor. Dass der Applaus für die Chorversionen und die Solovorträge gleichauf blieb, ist ein erfreuliches Zeichen», sagt René Dublanc.

In Gränichen werden eine Woche später die Aufnahmen für die CD im Buch gemacht. «Die Zeit war knapp», erinnert sich René Dublanc. Fünf Proben, an denen samstags von 9 bis 16 Uhr jeweils drei Lieder erarbeitet wurden. Peter Reber war an zwei Proben dabei, denn die 16 Chormitglieder sollten auch den richtigen Dialekt bringen. René Dublanc erinnert sich gerne daran: «Ein sehr schönes Miteinander.»

Gedichte von Erika Burkart

Den letzten Beweis, dass Dublancs Arrangements passen, bot das Vokalensemble «Canto e Gioia» am 28. Oktober dieses Jahres in Buchs. Zehn Singende (drei Sopran, drei Alt, zwei Tenor, zwei Bass) begeisterten mit musikalischer Begleitung das Publikum so sehr, dass der Ruf nach Wiederholungen aufgekommen sei. René Dublanc bringt noch kleine Korrekturen an, die in einer zweiten Auflage des Chorbuches Aufnahme finden werden.

Und jetzt? Nimmt er sich Polo Hofer vor oder Züri West? «Eher Linard Bardill», lacht René Dublanc. Im Ernst: Er hat mit seinem Vokalensemble ein Programm mit spätromantischer Musik (Gabriel Fauré, Charles Gounod, Camille Saint-Saëns) für Harfe, Querflöte und Solo-Sopran im Kopf. Und dann gärt schon seit längerem ein Projekt mit Sologesang. Komponist René Dublanc hat vor, einen Baumzyklus mit Gedichten der Freiämter Lyrikerin Erika Burkart zusammenzustellen: «Diese Idee bewegt mich seit langen Jahren.» Aktuell ist eine Kantate für Chor, Soli und Instrumente über einen Text von Jutta C. Dublanc, seiner Frau, am Entstehen.