2023 Quadratmeter Bauland am Hammerstätteweg in Gipf-Oberfrick standen gestern zum Verkauf. Nicht via Makler oder Onlineplattform, sondern ganz handfest im Rahmen einer freiwilligen öffentlichen Versteigerung. Eine Parzelle in der Wohnzone 2, in kurzer Gehdistanz zu Bank und Volg, zu Gemeindehaus und Bushaltestelle. Erlaubt sind in dieser Zone Ein-, Zwei- und Reiheneinfamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs Wohneinheiten. Erschlossen ist die Parzelle noch nicht, doch der Erschliessungsplan steht und die Ausführung ist für das kommende Jahr vorgesehen.

2023 Quadratmeter Bauland also, an guter Lage. Das Mindestangebot war auf 1,17 Millionen Franken festgesetzt, betrug demnach knapp 580 Franken pro Quadratmeter. Die Verkäuferinnen, fünf Damen verbunden in einer einfachen Gesellschaft, aber mit unterschiedlichen Ansichten, hatten den eher unüblichen Weg der freiwilligen öffentlichen Versteigerung gewählt. Und so stand im «Adler» in Gipf-Oberfrick die Tür offen, für alle, die mitbieten wollten.

Wohnüberbauung geplant

«Der Zugang zum Steigerungslokal ist gewährleistet», stellte dann auch Notarin Nadine Feuerstein fest, die den Anwesenden um kurz nach 14 Uhr die Steigerungsbedingungen erläuterte. Benno Studer, der als Versteigerungsleiter amtete, hatte eigens noch ein paar Minuten zugewartet, ob sich noch weitere Interessierte im «Adler» einfänden.

Es kam niemand mehr und so sassen 13 Personen – schön verteilt an den Tischen im Restaurant – vor ihren Kaffees und ihren Dreiern Mineral. Dazu gehörten auch Vertreter der Verkäuferseite und Vertreter von Studer Anwälte und Notare, der Kanzlei, welche die Versteigerung durchführte. Die Anwesenden erfuhren, dass das Grundstück frei von Miet- und Pachtverhältnissen ist; dass der Verkäuferpartei kein Altlastenverdacht bekannt ist; dass der Käufer für die Erschliessung mit zusätzlichen Kosten von geschätzten 143 000 Franken rechnen muss und dass im Vorfeld der Versteigerung keine schriftlichen Angebote eingegangen sind.

Dann übernahm Benno Studer das Wort und begann mit dem eigentlichen Steigerungsprozess – wobei dieser zu einem Eilverfahren wurde. Er rief das Mindestgebot von 1,17 Millionen Franken auf und fand mit der Bäumlin + John AG aus Frick einen Bieter für diesen Betrag. Da Gegenangebote ausblieben, fiel zwar kein Gant-Hammer, aber doch die Worte «1,17 Millionen Franken zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten».

«Das war eine kurze Sache», befand auch Versteigerungsleiter Benno Studer und der Käufer und die Notare wandten sich umgehend den Formalitäten zu, während die anderen Anwesenden ihre Getränke leerten und bezahlten.

Man habe sich schon länger für die Parzelle interessiert, sagte Daniel John, der das Gebot für Bäumlin + John abgegeben hatte. Ziel sei es, auf dem Grundstück eine Wohnüberbauung zu realisieren.