Seit mehr als fünf Jahrzehnten gibt es immer am ersten Oktoberwochenende den traditionellen Herbstmarkt in Rheinfelden. Das Marktrecht besitzt die Stadt seit dem Mittelalter. Bei fast hochsommerlichem Kaiserwetter mit kleinen Schönheitsfehlern genossen auch diesmal schon ab Samstagvormittag Einheimische und zahlreiche Gäste das farbenfrohe Herbsttreiben auf der Marktgasse. Teils ging es dabei fröhlich eng zu. 150 Stände vom Kupferturm bis hin zur Kurbrunnenanlage boten alles an, was das Herz begehrt – Schönes, Nützliches, Dekoratives. «Dieser Markt hat eine nicht alltägliche Atmosphäre», meinte eine Dame aus Herten (D), «die malerische Altstadt gibt dem hier ein ganz besonderes Flair.»

Hier zieht jede Diät den Kürzeren

Seit dem vergangenen Jahr werden auf dem Zähringer Platz von Gastronomen aus Rheinfelden ausgewählte Spezialitäten angeboten – da zog jedes Diätprogramm den Kürzeren. Insgesamt neun Bands aus der Stadt und Umgebung gaben mit viel Begeisterung den gesamten Tag Ton und Rhytmus an. «So konnten wir den Herbstmarkt qualitativ noch weiter aufwerten, die Besucher bleiben länger, die Marktfahrer sind sehr zufrieden und unser historisches Städtchen kann sich noch besser präsentieren», sagte Michéle Dürrenberger vom organisierenden Verein «Rheinfelden pro Altstadt».

Ein besonderer Genuss war das Solospiel des 14-jährigen Valerian Alfaré aus der Begabtenförderklasse der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst. Mal verträumt romantisch, mal modern rhytmisch verzauberte er auf Trompete und Euphonium und hatte Poplieder aus unterschiedlichen Jahrzehnten parat. Die Grüttegrabengeischter aus Rhyfälde animierten mit fetziger Guggemusik die Kinder zu ausgelassenem Umherhüpfen. Die drei «Hinterwäldler» amüsierten mit Country und Folksongs auf Mundart, besangen Herzschmerz, Schnaps und das störrische Vieh. Überall gab es besondere Highlights. Die Damen und Herren der Rheinfelder Stadtmusik spielten nicht nur fetzig Polka und Walzer, sie hatten auch einen gemütlichen Biergarten, sogar mit Liegestühlen und Blick auf den Rhein. Die Kleinsten drehten ihre Runden auf dem Karussell oder bastelten aus Holz das schönste Haus der Zähringerstadt.

Die Geschäfte waren natürlich rund um den Herbstmarkt ebenfalls geöffnet. Auch wenn es an beiden Tagen noch herrlich warm war – der nächste Winter kommt bestimmt. So konnten vorsorglich Mützen, Schals, viele Dinge aus kuscheligem Fell oder Geschenke für die Weihnachtszeit erworben werden. Es gab fantasievollen Modeschmuck, Spielwaren, Kleidung, Taschen, Korbwaren, individuell hergestellte Kosmetik und Gewürze, Keramik, kulinarische Köstlichkeiten und vieles mehr. Überall gut gelaunte Leute, ob auf der Flanier- oder Genussmeile.