Die Gewerbestände sind leergeräumt, die Foodtruck-Karawane ist verschwunden. Am Tag nach dem Expo-Wochenende ist der Abbau im vollen Gang. Bohrmaschinen dröhnen auf dem Areal zwischen dem Hotel Schützen und der Schifflände. Zwei Zimmermänner sputen sich und hieven einen drei Meter langen Holzbalken auf einen Anhänger. Zwei andere ziehen ein Sofa mit einem Palettenroller zügig aus dem Zelt in Richtung Transporter. Mittendrin im Gewusel steht Raymond Keller, OK-Präsident der Expo 2019. «Bis zum Abend muss alles raus sein, damit der Zivilschutz am nächsten Tag die vier Zelte abbauen kann», sagt er.

Für die erste Gewerbeausstellung Unteres Fricktal haben die Organisatoren mit rund 30 000 Besuchern gerechnet. Aufgrund einer Hochrechnung von fünf Handzählungen, die über einen Zeitraum von je einer Stunde am Eingang des Geländes gemacht wurden, geht Keller davon aus, dass man diese Marke ziemlich genau getroffen habe. «Es gab keine Spitzenzeiten, aber auch nie Leerlauf. In den Zelten mit den 120 Ausstellern gab es eine konstante und hohe Besucherfrequenz», sagt Keller.

Knigge-Kurs für Gewerbler

Positiv seien denn auch die Rückmeldungen der Aussteller gewesen. Auffällig für Keller war, dass die Besucher nicht nur schauten, was es an den Ständen alles gab, sondern, dass Besucher und Aussteller auch viele Gespräche miteinander führten. «Der Gewerbeverein hat mit den Ausstellern im Vorfeld der Expo einen Business-Knigge-Kurs belegt. Dort ging es darum, Kontakt mit Kunden herzustellen», so Keller.

Nach der regenreichen Woche zuvor hatte Petrus mit den Organisatoren ein Einsehen. Ausnahme war der Schauer an der Eröffnung am Freitagnachmittag, der sich jedoch zum Abend hin auflöste. Dies führte dazu, dass sich einige der Foodtrucks mit ihren Vorräten verspekulierten. «Den ersten Foodtrucks ging bereits gegen 21.30 Uhr das Essen aus», so Keller.

Rund 30 000 Liter Müll sind über das Wochenende auf dem Festgelände angefallen. Schüler, die ihre Klassenkasse aufbesserten, sorgten dafür, dass das Festgelände über das Wochenende hinweg sauber blieb. «Das Bier floss zwar in Strömen, doch die Stimmung war stets friedlich», sagt Keller. Wer um Mitternacht noch nicht genug hatte, sei in Richtung Altstadt weitergezogen.

Auf dem Expo-Gelände selbst gab es keine Vorfälle zu beklagen. Ausnahme waren einige Treppenstürze, sagt der Sicherheitschef Laurent Engler. «Die Ambulanz konnte die Gestürzten jedoch schnell verarzten.»

Verantwortlich dafür, dass es so ruhig blieb, war die Bahnpolizei der SBB, die auf dem Areal des Bahnhofs Präsens markierte sowie die Grenzwacht, die ein Auge auf die Besucher hatte, die über die alte Grenzbrücke zum Festgelände gingen. Zudem waren zwei Sicherheitsfirmen, die Regionalpolizei Unteres Fricktal und die Kantonspolizei vor Ort. «Kleinere Auseinandersetzungen konnten so immer zügig aufgelöst werden», sagt Engler.

Eine Ausnahme war ein Vorfall am Samstag auf dem «Schützen»-Parkplatz, der jedoch nicht zum Expo-Gelände gehörte. Bei einem Streit um einen Parkplatz griff ein 69-Jähriger zu einem Elektroschock-Gerät, woraufhin ihn ein 31-Jähriger mit einem Faustschlag niederstreckte. «Dabei stürzte der 69Jährige unglücklich und musste mit der Ambulanz ins Spital gefahren werden», sagt Polizeisprecher Bernhard Graser.