Die Zeininger Gemeindeschreiberin Sheena Heinz muss beide Arme bis zum Anschlag ausstrecken, damit der grüne Rebstock mit den vier blauen Trauben – dem Wappen der Gemeinde – zum Vorschein kommt.

1,5 Meter in der Breite und der Länge misst die wetterbeständige Ortsflagge, die seit dieser Woche auf der Gemeindeverwaltung zum Selbstkostenpreis von 150 Franken angeboten wird. Bereits am Dienstag wurde die erste Flagge im Gemeindehaus verkauft. «Derzeit haben wir noch etwa 15 vorrätig. Geht der Bestand zu Neige, werden wir von einer Flaggenfirma weitere anfertigen lassen», sagt Heinz.

Meinrad Schibli, OK-Präsident des Dorffestes 800 Jahre Zeiningen, geht davon aus, dass schon bald die nächsten Flaggen geordert werden müssen. «Mit Hinblick auf die 800-Jahr-Feier kam der eine oder andere Dorfbewohner auf mich zu, der den Wunsch nach einem Flaggenverkauf äusserte», erzählt er. Das Organisationskomitee gab diese Anregung aus der Bevölkerung an den Gemeinderat weiter, der das Okay für den Verkauf gab.

Verbundenheit zum Dorf

«Es wäre schön, wenn am Dorffest so viele Flaggen wie möglich bei uns im Ort hängen würden», sagt Gemeindepräsidentin Gisela Taufer. Schibli doppelt nach: «Wir wollen den Festbesuchern zeigen, dass sich die Bewohner von Zeiningen mit dem Ort verbunden fühlen. Ich hoffe, dass an der 800-Jahr-Feier viele Flaggen das Dorf schmücken werden.»

Bereits seit eineinhalb Jahre beschäftigt sich das OK mit der Planung des Dorffestes. «Wir konnten bereits über 100 Helfer rekrutieren», sagt Schibli, der aufgrund der zentralen Lage der Gemeinde im Bezirk Rheinfelden und den guten nachbarschaftlichen Beziehungen mit dem angrenzenden Baselbiet mit bis zu 20 000 Dorffest-Besuchern. Das Dorffest findet vom 24. bis 26. August statt.

Weil das Vereinsleben über die letzten Jahre im Ort ein wenig eingeschlafen sei und durch die vielen Zuzüger die Nachbarschaft sich untereinander entfremdet habe, hofft Schibli durch das dreitägige Mega-Event, wieder Schwung ins Dorf zu bringen und die Vereine aufzuwecken. «Alle ziehen an einem Strang und die vielen Helfer lernen sich untereinander kennen. Das ist gut für das Klima im Dorf. Das Dorf wird sozusagen aktiviert», sagt Schibli.

Ein Flug über das Festgelände

Im Kern des Jubiläumsfestes ginge es darum, dass die Vereine die Geschichte von Zeiningen «mit dem Charme eines Fricktaler Wein- und Bauerndorfes» den Besuchern näher bringen. Geplant sind über 20 Festbeizli, zwei Showbühnen, ein grosser Lunapark, Unterhaltungsangebote zur Historie der Gemeinde, mehrere Bereiche, in denen Künstler auftreten, sowie ein Fest im Dorffest mit Angeboten für Kinder.

Eine besondere Attraktion soll mit dem «Flug des Zeinos» geboten werden. «Die Besucher haben hier die Möglichkeit, an einem gespannten Seil in einer Höhe von 20 Metern mit rund 60 Kilometern in der Stunde ungebremst über das Festgelände zu fliegen», sagt Schibli.