Um Abfallgebühren zu sparen, scheut so mancher vor nichts zurück. Davon können gerade diejenigen ein Lied singen, die in ihren Gemeinden die Robidog-Kübel leeren. «Man findet dort drinnen alles, was durch den Schlitz passt», sagt Alexander Riner, Gemeindewerkleiter von Oeschgen.

Beat Waldmeier, Mitarbeiter im Möhliner Werkhof, doppelt nach: «Einige machen sich erheblich Mühe, ihren Hausmüll in die Robidog-Säckli zu packen und regelmässig in den Containern zu entsorgen. Das ist für diese Leute wohl Volkssport.» Auch in Laufenburg kommt es «sehr oft vor», dass Säcke mit Abfall in den grünen Hundekot-Containern gefunden werden. «Das ist wohl der einfachste und vor allem billigste Weg, seinen Abfall zu entsorgen», kommentiert dies Gemeindeschreiber Marco Waser.

Grundsätzlich entsteht für die Gemeinden kein Mehraufwand, wenn sich in einem Robidog-Kübel neben dem Hundekot auch Hausmüll befindet, denn «der Hundekot landet mit dem üblichen Hausmüll in der örtlichen Kehrichtanlage», so Waldmeier. Trotzdem ist das Umgehen der Kehrichtgebühren auf Kosten der Gemeinden illegal – für den jährlichen Unterhalt von 77 Robidog-Kästen berappt Möhlin 55 000 Franken, Laufenburg für 38 Kästen 50 000 Franken. Gemäss Polizeireglement Unteres Fricktal wird die Entsorgung von Hausmüll in den Robidog-Kasten mit 50 Franken sanktioniert, das Abstellen von Müllsäcken ohne Gebührenmarken an den Robidog-Kasten, wie es laut Gemeindeschreiber Roger Erdin in Rheinfelden «ab und zu» vorkommt, sogar mit 100 Franken.

Gebüsst wird fast nie

Zwar versuchen einige der Gemeinden, den Abfallsündern auf die Schliche zu kommen, indem sie einzelne Säcke öffnen, jedoch ist dies nur selten von Erfolg gekrönt. «Meist sind die Fehlbaren so schlau und achten genau darauf, dass keine Adresse im Sack landet», sagt Waser. Dies bestätigt Riner, der als langjähriger Gemeindewerkleiter erst zwei Mal eine Adresse in einem Robidog-Kasten gefunden hat. «Und selbst, wenn man mit der Adresse zur Polizei geht, reicht dies als Beweis nicht aus», sagt Riner, der es deswegen «aufgegeben hat». Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal, sagt, dass man in jedem Fall solchen Mülldelikten nachgehe. «Wird eine Adresse gefunden, befragen wir die entsprechende Person und erstatten dem Gemeinderat Rapport. Dieser entscheidet dann, ob eine Busse ausgesprochen wird.» Zu Anzeigen wegen Müll im Robidog-Kübel würde es jedoch eher selten kommen.

In Wölflinswil ergriff der Gemeinderat drastische Massnahmen, um der Vermüllung des Robidog-Kastens an der Talstrasse einen Riegel vorzuschieben. So wurde der Behälter für die Hundehinterlassenschaften kurzerhand von der befahrenen Strasse an einen Feldweg bei einer Obstanlage verlegt. «Seit der Verlegung finden wir weniger Müll im entsprechenden RobidogKübel», sagt Gemeindeschreiber Jürg Oeschger.