16 Stimmen machten im Juni den Unterschied: Damals nahmen die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung die Vorlage zur Zentrumsplanung an. Sie sagten damit Ja zur Überbauung der Parzelle neben dem Gemeindehaus, Ja zur – von privaten Investoren erstellten – Tiefgarage, Ja zur Aufwertung der Allmend und Ja zum Kauf von 54 Parkplätzen in der Garage durch die Gemeinde. Kurz darauf wurde von den Grünen, unterstützt durch SP und FDP, das Referendum erfolgreich ergriffen. Am 25. November wird nun an der Urne entschieden.

Diese Woche erhalten die Stimmberechtigten die Abstimmungsunterlagen. Darin enthalten ist neben der Vorlage von der Gmeind auch je eine Stellungnahme des Gemeinderats und des Referendumskomitees. Der Gemeinderat erhofft sich vom Projekt ein «Dorfzentrum mit Arbeitsplätzen und Dienstleistungen, Wohnungen sowie Läden und Bistro». Das Referendumskomitee kritisiert, dass das Projekt «keine nennenswerten Vorteile» bringe, weil es «abgesehen von wenigen Anlässen im Jahr jederzeit mehr als genügend Parkplätze im Zentrum» gebe.

Flyer-Aktion geplant

Vorgegebene Grösse für die Stellungnahmen war eine A4-Seite. So sollen «gleich lange Spiesse» geschaffen werden, sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker. Grünen-Präsident Andreas Fischer empfindet dieses Vorgehen als «sehr fair», wie er betont. Das Komitee plane aktuell den Abstimmungskampf, sagt Fischer weiter. So sollen unter anderem Flyer in alle Haushaltungen verteilt werden. Ausserdem werden diejenigen Personen, die bei der Unterschriftensammlung für das Referendum mitgeholfen haben, gebeten, im Umfeld die Werbetrommel für ein Nein an der Urne zu rühren.

Unterstützt werden die Grünen bei ihrem Abstimmungskampf von der SP – wenn auch noch offen sei, in welcher Art, wie Parteipräsident Werner Erni sagt. Die FDP hingegen möchte sich neben einer Parole nicht am Abstimmungskampf beteiligen.

Befürworter in Gesprächen

Für ein Ja zum Projekt hingegen wird sich die SVP einsetzen. Ein eigentliches «Pro-Komitee» gibt es laut Parteipräsidentin Désirée Stutz zwar nicht. Die SVP hat aber wohl die Fühler nach möglichen Partnern im Abstimmungskampf ausgestreckt. Zur CVP etwa, die das Projekt ebenfalls unterstützt. «Die Gespräche mit verschiedenen Partnern laufen. Es wird sich zeigen, in welcher Form eine Zusammenarbeit zustande kommt», sagt Stutz. «Wir werden in den nächsten Tagen die geeigneten Mittel definieren, um die Ja-Parole zu vertreten.»

Stutz möchte sich derzeit noch auf keine Prognose zum Abstimmungsresultat festlegen. Klar ist: Gehen die 1037 Personen, die im Sommer das Referendum unterschrieben haben, an die Urne und lehnen das Projekt allesamt ab, wird es knapp für die Befürworter. Die Stimmbeteiligung liegt in Möhlin erfahrungsgemäss im Bereich um die 2000 Stimmen. Entsprechend zuversichtlich gibt sich Andreas Fischer. «Wir sind überzeugt, dass wir die richtigen Argumente haben.»