Hansueli Bühlers letzter Auftritt als Leiter einer Einwohnerversammlung – für ihn war es die 49. – blieb frei von Überraschungen. Sämtliche Traktanden wurden mit jeweils grosser Mehrheit vom Souverän genehmigt.

Darunter auch das Budget 2018, in dessen Rahmen die Festlegung des Steuerfusses fiel. Dieser beträgt bis Ende Jahr 95 Prozent und wird aufgrund des Steuerfussabtausches mit dem Kanton Aargau ab dem nächsten Jahr um drei Prozent gesenkt. Würde der Gemeindesteuerfuss bei 95 Prozent belassen, käme dies einer Erhöhung um drei Prozent gleich, erklärte Hansueli Bühler. Der von ihm unterbreitete Vorschlag des Gemeinderates: «Wir können unseren Steuerfuss von 95 auf 92 Prozent senken, es gibt keinen Steuerrückgang», so Bühler. Dem Antrag wurde ohne Gegenstimme zugestimmt, ebenso dem Antrag, auf eine Auflösung der Aufwertungsreserve zu verzichten.

Das von Gemeinderätin Andrea Porriciello vorgestellte Traktandum über die familienergänzende Kinderbetreuung genehmigte die Versammlung ohne Wenn und Aber, ebenso die von Vizeammann Walter Zumstein erläuterten zwei Traktanden über Verpflichtungskredite für die Sanierung der Gartenstrasse (600 00 Franken) sowie die Erstellung einer Trinkwasser-Ringleitung im Bereich Zürcherstrasse/ J.C.Hausstrasse (227 000 Franken).

Zweifel an Gestaltung

Beim von Beat Käser vorgestellten Antrag über einen Verpflichtungskredit für den Bau eines Fuss- und Radweges in der geplanten Überbauung «Neumatt» (495 000 Franken) wurden Zweifel an der Gestaltung der Strasse mit einer Allee geäussert. Diese sei «super», sagte ein Bürger, «aber das finden auch andere, die mit dem BMW durchfahren». Deshalb sei eine Verlangsamung einzubeziehen. Antwort von Hansueli Bühler: «Wir haben Kontrollen gemacht, die sind nicht alarmierend.» Trotzdem soll der Gemeinderat die Verlangsamung der Strecke für die nächste Einwohnerversammlung prüfen. Zweiter Hinweis aus der Bürgerschaft: Bei der Bepflanzung der Allee sollen einheimische Pflanzen benutzt werden.

Um 21.20 Uhr schloss Hansueli Bühler die Versammlung. Worauf für ihn und seine Frau Evi zwei Liegesessel aufgestellt wurden. Bei einem Glas Sekt verfolgte das Paar den von Gemeinderätin Bernadette Ankli dokumentierten Werdegang des scheidenden Ammanns über den Zeitraum von 41 Jahren – beginnend 1976, als Bühler Aktuar der Baukommission wurde. Von 1981 bis 1989 war er Präsident der Finanzkommission, 1990 gelangte er in den Gemeinderat. Vier Jahre später wurde ihm das Amt des Gemeindeammanns anvertraut – das er 24 Jahre lang ausführte, bis 2004 parallel zu seinem Beruf als Banker. Mit seiner Mitarbeit in verschiedenen Kommissionen setzte er sich insgesamt 41 Jahre lang für die Gemeinde Stein ein.

Hinzu kam seine Mitgliedschaft im Grossen Rat des Kantons Aargau (2007 bis 2014), in der Hochrheinkommission sowie die Präsidentschaft vom Planungsverband Fricktal Regio (2005 bis 2016). Bühler habe immer ein Ohr für seine Mitarbeiter gehabt, berichtete Bernadette Ankli. Und: «Ich habe ihn als zielorientierten, ruhigen und konstruktiv denkenden Gemeindeammann kennen gelernt», so Ankli. Hansueli Bühlers Fazit: «Es hat fast immer Spass gemacht, und wo es nicht so toll war, habe ich etwas davon gelernt.»

Die Amtszeit von Hansueli Bühler endet am 31. Dezember. Sein Nachfolger wird Beat Käser. Die Abschiedsfeier begleitete Melanie Zwahlen mit zwei Liedern. 137 von 1601 Stimmberechtigten nahmen an der Versammlung teil.