Nein, ganz so gross haben sie sich das in Zeiningen nicht vorgestellt, als sie vor rund zwei Jahren mit den Planungen für das Dorffest loslegten. Meinrad Schibli, Präsident des zehnköpfigen OKs, schüttelt bei einem Rundgang durch das Dorfzentrum fast ungläubig den Kopf. «Es ist einfach Wahnsinn, was hier in den letzten Wochen geschaffen wurde.»

Die Zeininger scheuen für ihr Dorffest zum 800-Jahre-Jubiläum vom 24. bis 26. August keinen Aufwand. Rund um die Kirche St. Agatha, entlang des Möhlinbachs und bis zum Schulgelände Brugglismatt erstreckt sich das Festareal. In den vergangenen Monaten haben verschiedene Vereine aus dem Dorf unter anderem 18 Beizli erstellt. Allesamt in oder um traditionelle Zeininger Bauern- oder Handwerkshäuser. Tonnenweise Holz wurde dafür verbaut. Die Männerriege und der «Einbeiner-Plauschclub» haben gar eine leerstehende Scheune komplett ausgeräumt und neu eingerichtet.

Das ganze Dorf zusammen

Schibli spricht von einer besonderen Dynamik, die sich entwickelt habe. «Jeder brachte seine Ideen ein, jeder hat mitgeholfen – und jeder hat irgendwie versucht, die anderen zu übertrumpfen.» Gleichzeitig sei ein grosses Gefühl der Zusammengehörigkeit entstanden. «Das fängt schon bei den Liegenschaftsbesitzern und Anwohnern im Zentrum an», sagt Schibli. «Sie kamen uns bei unseren Anfragen immer entgegen und überliessen uns ihre Vorplätze oder Liegenschaften schon vor Monaten.»

Aber auch unter den vielen Helfern – insgesamt sind vor, während und nach dem Fest rund 2500 im Einsatz – sowie zwischen den Vereinen, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und mit den Einwohnern habe sich ein tolles Gefühl entwickelt. «Es sind viele neue Bekanntschaften entstanden und jetzt arbeiten alle zusammen an einem grossen Ziel», sagt Schibli. Der OK-Präsident hofft, dass dieses Gefühl über das Dorffest hinaus erhalten bleibt, das Fest damit auch «nachhaltig wirkt». Noch vor einigen Jahren habe er befürchtet, dass Zeiningen zu einem Schlafdorf verkomme, das Dorfleben langsam verschwinde. «Ich denke aber, nun haben wir bewiesen, dass dem nicht so ist», sagt er.

Vorbereitungen im Endspurt

Die grossen Bauarbeiten für das Dorffest sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt geht es darum, die Detaileinrichtungen sowie die Dekorationen anzubringen. «Es ist Endspurt. Abends ist hier deshalb immer viel los», sagt Schibli und fügt zufrieden an: «Wir sind aber gut im Zeitplan.» Am kommenden Donnerstagabend müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das OK hat die Sponsoren und Liegenschaftsbesitzer eingeladen. «Das wird für einige Beizli der Probelauf.» Das Dorffest wird dann am Freitagabend offiziell eröffnet, unter anderem mit Ansprachen von Meinrad Schibli und Gemeindepräsidentin Gisela Taufer sowie der Uraufführung des Festmarsches «Ceîno».

Am Fest selber gibt es neben dem Beizli auch einen «Jurapark-Märt». Beim Schulhaus Brugglismatt ist ausserdem eine Art Open-Air-Zone mit grosser Bühne geplant. Hier werden an allen drei Tagen verschiedene Bands und Formationen auftreten. Daneben sind besondere Attraktionen vorgesehen. Schibli erwähnt hier den «Flug des Zeino»: Wer sich traut, kann von einem 15 Meter hohen Turm im Oberdorf an einem Seil über das Festgelände zum Schulareal fliegen. Am Sonntagabend ist zum Abschluss des Festes ausserdem eine Flugshow eines «Super Puma»-Helikopters geplant.

«Die Vorfreude steigt mit jedem Tag», sagt Schibli. Das OK rechnet über das Festwochenende mit gegen 20'000 Besuchern und hofft auf gutes Wetter. Dann könnte das Dorffest nicht nur grösser als ursprünglich geplant werden – sondern auch noch viel schöner.

Dorffest «800 Jahre Zeiningen»: Freitag, 24. August, 17 bis 2 Uhr; Samstag, 25. August, 12 bis 2 Uhr; Sonntag, 26. August, 10 bis 19 Uhr