Andreas Schmid, Teilhaber und Co-Geschäftsleiter der Spyk Bänder AG, wohnt selber ebenfalls in Herznach und ist seit den frühen Morgenstunden auf dem Brandplatz. Die Ereignisse der Nacht seien für ihn ein Riesenschock, sagt er. «Es ist ein Albtraum, wenn die eigene Firma brennt», so Schmid. «Das Schlimmste aber ist, dass ein Mensch sein Leben verloren hat.»
Am Montagnachmittag war das Todesopfer – die Polizei geht derzeit vom Suizid einer Angestellten der Firma aus  – noch nicht identifiziert. Laut Andreas Schmid wird eine langjährige Mitarbeiterin vermisst und deren Familie von einem Care-Team betreut. «Die Frau war eine beliebte und wertvolle Mitarbeiterin», so Schmid. «Sie war wichtig für das Unternehmen.»

Grossbrand in Herznacher Geschenkbandfabrik fordert ein Todesopfer

Grossbrand in Herznacher Geschenkbandfabrik fordert ein Todesopfer

Laut Polizei deute vieles darauf hin, dass eine Mitarbeiterin der Geschenkbandfabrik den Brand legte und so Suizid beging.



Seit 1914 existiert die Spyk Bänder AG. Ursprünglich war die Firma in Basel zu Hause, seit 1923 ist sie in Herznach ansässig, wo sie das Gebäude einer stillgelegten Bandfabrik übernehmen konnte. Genau dieses Gebäude aus dem Jahr 1872 ist nun vom Brand betroffen. Darin untergebracht sind laut dem Co-Geschäftsführer vor allem Büros und ein Teil des Lagers. Wie Schmid weiter ausführt, sind bereits Abbrucharbeiten am Dachstuhl im Gang. «Was in diesem Gebäude eingelagert war, ist nun unbrauchbar.»
Tote in abgebranntem Fabrikgebäude

Inferno in Herznach AG: Gemäss ersten Erkenntnissen handelt es sich um Brandstiftung und anschliessendem Suizid einer Angestellten.

Produktion bald wieder aufnehmen

Das Rohmateriallager und die Produktion sind in anderen Gebäuden untergebracht. Gestern Nachmittag fanden noch Begehungen und Besprechungen statt. «Wenn es von der Stromversorgung her funktioniert, können wir die Produktion allenfalls bereits am Dienstag wieder aufnehmen», so Schmid. Wirtschaftlich sei es auch wichtig, bald wieder produzieren zu können, betont er. «Die Kunden warten auf Lieferungen.»

Herznach: Grossbrand in Fabrikgebäude – Feuerwehr findet tote Angestellte

Herznach: Grossbrand in Fabrikgebäude – Feuerwehr findet tote Angestellte.

Allerdings soll auch der menschliche Aspekt nicht vernachlässigt werden. Die Geschäftsleitung sucht auch das Gespräch mit den rund 50 Angestellten. «Wir wollen so abklären, ob sich die Mitarbeiter in der Lage fühlen, bereits am Dienstag wieder zu arbeiten», so Schmid. Bei der Besprechung ist ebenfalls ein Care-Team vor Ort. «Denn uns alle bedrückt der Todesfall.»