Die Besichtigung der Solarstromanlage auf dem Dach des Feuerwehrmagazins musste als Programmpunkt bei der Einweihungsfeier der Gemeinschaftsanlage gestrichen werden, da das Wetter nicht mitspielte und statt Sonnenschein Regentropfen auf die Module fielen. «Für mich ist es ein Freudentag, obwohl es gerade regnet», eröffnete Stadtrat Hans Gloor die Einweihungsfeier.

Ins Feuerwehrmagazin waren rund 80 Miteigentümer der Solarstromanlage gekommen. Die Idee hinter der Gemeinschaftsanlage war, dass sich interessierte Bürger an den Modulen beteiligen konnten, um einen Beitrag zur Stromproduktion aus Sonnenenergie zu leisten. Über 20 Jahre erhalten die Miteigentümer eine ihren Anteilen an der Stromproduktion entsprechende Gutschrift auf ihrer Stromabrechnung.

Gloor führte aus, dass das Thema in der Vergangenheit immer wieder an den Stadtrat herangetragen worden war. Eine Studie ergab, dass es in Rheinfelden ein grosses ungenutztes Potenzial für Photovoltaik gab, und auch bei der Auszeichnung im Rahmen der Energiestadt hatte nur ein Prozent für das Goldlabel gefehlt. Auch hier hiess es im Bericht, dass im Bereich Solarenergie noch Potenzial bestünde. Gloor schränkte ein, dass die Gestaltungsrichtlinien in der Altstadt keine Kollektoren auf den Dächern erlaubten, um das Bild der historischen Dachlandschaft nicht zu stören. Erste Überlegungen für eine Gemeinschaftsanlage machte sich der Stadtrat 2017. Im Frühjahr 2018 startete dann das Projekt «Rheinfelden Solar» mit der AEW Energie AG als Partner.

Warteliste eingeführt

Die Voraussetzung zur Verwirklichung der Anlage war ein Verkauf von 75 Prozent der Einzelmodule, erklärte Reto Rigassi von der Energiekommission. Zum Auftakt mit der Informationsveranstaltung im Juni 2018 wurden sechs Prozent verkauft, Anfang Juli waren es schon 22 Prozent und im August 37 Prozent. «Und bis Mitte September wurden 75 Prozent der Module verkauft, sonst gäb es die Anlage heute nicht», sagte Rigassi. Ende September waren nicht nur 100 Prozent verkauft. Es musste sogar eine Warteliste eingeführt werden. Insgesamt gibt es 124 Kaufverträge für durchschnittlich 4,8 Module.

Auf dem Dach der Feuerwehr wurden 596 Module à 300 Watt-Peak (Wp) installiert. David Gautschi und René Wüst von der AEW führten aus, dass die Anlage mit einer Gesamtleistung von 178,8 kWp im Dezember 2018 ans Netz ging. «Für uns ist das eine mittelgrosse Anlage», so Gautschi. Auf einer Fläche von 975 Quadratmetern beträgt die durchschnittliche Stromproduktion im Jahr 156 000 Kilowattstunden, womit der Verbrauch von 40 Haushalte gedeckt wird.

Aufgrund der Warteliste für 90 Module wird schon das nächste Projekt in Rheinfelden anvisiert. Eine Gemeinschaftsanlage auf dem Dach des Logistikzentrums der Swisslos, wo 1000 Module Platz hätten. Die Bezugsrechte sollen ab August erstanden werden können. Die Inbetriebnahme ist für 2020 geplant.