Am Ende fiel der Entscheid deutlich. Die Generalversammlung der Elektragenossenschaft Gansingen entschied sich, die Elektra an die AEW Energie AG zu verkaufen.

Andere Varianten wie eine AEW-Leitung über Mönthal, eine Kooperation mit dem Werk Laufenburg, Kaisten und Energiedienst oder eine Fusion mit der Elektra Mettauertal wurden nicht weiterverfolgt. Ein kantonaler Ausgleichsfonds wurde vom Kanton als nicht notwendig erachtet.

Trotz der Deutlichkeit: Der Entscheid fiel auch mit einem weinenden Auge wie Heinz Brugger, Vizepräsident der Elektra zugab. «Ein Teil der Autonomie geht verloren, aber der Strom wird deutlich billiger.»

Strom wird billiger

Bis zu 40 Prozent an Stromkosten könnten einzelne Einwohner dank der neuen Eigentümerin AEW einsparen, so Vizeammann Mario Hüsler. Durchschnittlich rechnet er mit einer Reduktion von rund 20 Prozent.

Grund dafür? «Die AEW kann die Netznutzungs- und Durchleitungskosten die seit der Strommarktliberalisierung anfallen auf viel mehr Haushalte verteilen, das fällt kaum ins Gewicht», erklärt Hüsler.

Für die Elektragenossenschaft Gansingen mit nur 460 Abonnenten allerdings wiegen die Kosten (rund 100 000 Franken pro Jahr an die Elektra Mettauertal und Umgebung) schwer.

Verkaufserlös für die Gemeinde

Neben den Einsparungen bei den Stromkosten, von denen auch die Gemeinde profitiert, zahlt die AEW AG rund 1,7 Millionen Franken für die Elektra Gansingen. Geld, das nach der Auflösung der Genossenschaft in die Gemeindekasse fliesst, wie Mario Hüsler erläuterte.

Dies sei statutarisch so vorgesehen. Geld auch, das die Gemeinde Gansingen gut gebrauchen kann. Die Nettoschuld der Gemeinde, die derzeit rund 4 Millionen Franken beträgt, könnte so reduziert werden. «Denkbar wäre sogar eine Steuerreduktion», so Mario Hüsler, dies hänge jedoch davon ab, wie das Budget im Herbst aussehe.

Nun fehlt noch das Ja zum üblichen Konzessionsvertrag mit der AEW AG. Daraus dürften jährlich weitere 17 000 Franken nach Gansingen fliessen. Ein Betrag, der umsatzabhängig ist, wie Mario Hüsler betonte. Noch nicht geklärt ist, wann der Vertrag in Kraft tritt. «Sicher noch in diesem Jahr», so der Vizeammann.

Auch AEW braucht Personal

Auf eine entsprechende Frage, was mit dem aktuellen Personal geschehe, das für Betrieb, Unterhalt und Ablesen der Zählerstände zuständig sei, konnte Mario Hüsler noch keine konkreten Angaben machen.

Sicher sei jedoch, dass die AEW gerne Personal übernehmen würde. Auch die Auswirkungen auf den gemeinsamen Pikettdienst der Elektras Gansingen und Mettauertal und Umgebung sind noch offen. «Dies ist Sache der neuen Eigentümerin», so Hüsler.