Genauso gut könnten sie in der Mittagshitze des tropischen Regenwaldes stehen. Dann, wenn die Wolken herunterbrechen und die Luft zum Schneiden dick ist. Wenn die sechs Freunde in der kleinen Brauerei-Stube am Sudkessel stehen und ihren Gersten-Saft kochen, wabert der heisse Dunst durch den Raum und verwandelt ihn in eine Sauna. «Das Brauen ist zuweilen schon anstrengend. Zudem muss man aufpassen, dass man sich an den heissen Kesseln nicht verbrennt», sagt Dino Dörig, Vizepräsident der Kaister Brauerei Rumor.

Um unter anderem für angenehme Bedingungen beim Brauen zu sorgen, baut Dörig, der gelernter Schreiner ist, die Brauerei-Stube, die sich in seiner Garage befindet, aus. Eine Dunstabzugshaube soll dafür sorgen, dass den Hobby-Brauern nicht mehr so schnell der Schweiss auf der Stirn steht. Zudem wird der Raum isoliert, um die Temperatur konstant zu halten. Die Kontrolle der Temperatur ist entscheidend, wenn das Bier nach dem Brauprozess für sieben Tage in die Gärfässer kommt und dort die Hefe den Zucker in Alkohol verwandelt. «Dann muss es zwischen 16 und 21 Grad Celsius haben. Ansonsten geht die Hefe kaputt», sagt Dörig.

Gebraut wird seit 2013

Bereits seit 2013 stellen die sechs Freunde ihr eigenes Bier her. Initiator des Ganzen war Giovanni Pappacena, der Präsident des Vereins, wie sich Dörig erinnert. «Er hat uns für einen Brauerei-Kurs angemeldet.» Zwei Tage vor dem Kurs fuhr ein Lastwagen mit einer Lieferung bei Dörig vor. Der Chauffeur hatte einen Sack Maische, Handrührer, Töpfe und einen Brenner dabei. «Was soll das?», fragte Dörig den Chauffeur – «Pappacena hat gesagt, ich soll das hier abliefern», entgegnete ihm dieser. Von da an ging es mit dem Brauen los. «Wir haben zwei, drei Braudurchgänge gebraucht, bis wir mit der Zusammensetzung der Getreidemaische – dem Grundgerüst eines jeden Bieres – zufrieden waren.»

Das Kölsch als Spezialität

Die Spezialität der Hobby-Brauer ist das Kölsch mit einem Alkoholgehalt von 5,6 Prozent. «Unser Kölsch ist ein feines Bier mit lieblichen Bitteraromen», beschreibt es Dörig. Daneben stellt die Rumor-Brauerei ein Urdinkel mit einem Alkoholgehalt von 5,3 Prozent her, das einen etwas herberen und ländlichen Charakter hat. Doch nicht nur die Zusammensetzung der Getreidemaische hat einen Einfluss auf das Aroma. «Wenn Tiersteiner- oder Schumberg-Bräu unsere Getreidemischung verarbeitet, hat das Bier einen anderen Geschmack – alleine, weil sich die Wasserqualität in Gipf-Oberfick, Ittenthal und Kaisten unterscheidet», sagt Dörig.

Für dieses Jahr hat sich die Rumor-Brauerei vorgenommen rund 4000 Liter Bier zu produzieren. Weil einige der sechs Hobby-Bierbrauer eine Familie gegründet haben und die Zeit deswegen knapp geworden ist, hat man die Brauerei-Stube im letzten Jahr mit einem mechanischen Rührwerk modernisiert. «Zuvor war es so, dass einer den 25 Kilogramm schweren Sack mit der Maische in den Kessel mit Wasser eingelassen hat, während zwei von uns mit den langen Holzlöffeln gerührt haben – solange bis sie abgelöst wurden», erzählt Dörig. Der komplette Brauprozess ziehe sich dabei über fast einen ganzen Tag hin.

Brauen – ein teures Hobby

Für das Inventar haben die Hobbybrauer rund 35'000 Franken investiert, schätzt Dörig. Einen grossen Gewinn mit dem Bier, das man pro Liter für sechs Franken verkauft, mache man nicht. «Es ist ein Nullrunden-Spiel», so Dörig. Um das Geld geht es den sechs Freunden auch gar nicht. Im Vordergrund stehen der Spass am Brauen und die Anerkennung der Biertrinker für das selbsthergestellte Produkt. «Wir hören es an Veranstaltungen wie der Herbstmesse Laufenburg gerne, wenn uns die Leute sagen, dass ihnen unser Bier gemundet hat – das motiviert uns», so Dörig.